Hamburg

Keine Liebesschlösser mehr an den Landungsbrücken

Vorher-nachher: Die Menge der Liebesschlösser an der Brücke war so groß geworden, dass der Bezirk Unfälle befürchtete.

Vorher-nachher: Die Menge der Liebesschlösser an der Brücke war so groß geworden, dass der Bezirk Unfälle befürchtete.

Foto: Thorsten Ahlf / HA

Das Bezirksamt Mitte ließ die Massen von Schlössern an der Brücke zum U-/S-Bahnhof entfernen – wegen Unfallgefahr.

Hamburg. Ein durchschnittliches Vorhängeschloss wiegt zwischen 50 und 200 Gramm. Nicht viel Gewicht – für sich allein genommen. An der Fußgängerbrücke, die den U-/S-Bahnhof Landungsbrücken mit den Landungsbrücken verbindet, hing aber nicht ein Schloss, nicht zehn oder hundert, sondern Tausende sogenannter Liebesschlösser. Wohlgemerkt, hingen.

Denn der Bezirk Mitte hat die Liebesschlösser allesamt entfernt. Nicht aus Missgunst, sondern wegen "akuter Unfallgefahr", wie Sprecherin Sorina Weiland auf Abendblatt-Anfrage erläutert: Die Schlösser hingen an Metallgittern, die eigentlich nur verhindern sollen, dass Glasflaschen und anderer Unrat von der Brücke auf die Straße fallen. Für das Gewicht der Schlösser – von dem selbst die Mitarbeiter des Betriebshofs überrascht waren – sind sie aber nicht ausgelegt.

Zwei Kubikmeter Liebesschlösser abtransportiert

Nachdem sich vor rund fünf Wochen eines der Gitter gelöst hatte und auf die Brücke gekippt war, beschloss man, alle abzunehmen. Die Gitter waren so schwer, dass sie zum Abtransport zerteilt werden mussten, und dass sich die Mitarbeiter des Betriebshofs sogar Sorgen um die Statik der Brücke machten. Insgesamt zwei Kubikmeter Liebesschlösser wurden für vier Wochen eingelagert, nostalgische Liebespaare hätten sich ihr Schloss abholen können. Laut Sorina Weiland gab es aber keine Anfragen, so dass die Schlösser inzwischen entsorgt wurden.

Neue Gitter soll die Fußgängerbrücke vorerst nicht bekommen, nur für den Hafengeburtstag wurden temporäre Absperrungen aufgebaut.