Wissenschaft

Vorzeigeprojekt Hammerbrooklyn wird bald Realität

So könnte Hammerbrooklyn am Stadtdeich aussehen.

So könnte Hammerbrooklyn am Stadtdeich aussehen.

Foto: Interpol-Studios.com

Im Juni soll das digitale Forschungs- und Entwicklungszentrum den Betrieb aufnehmen. Opposition begrüßt Einigung.

Hamburg. Der Innovationsstandort Hammerbrooklyn kommt nun doch, wie das Abendblatt bereits in der vergangenen Woche berichtete. Dank des Engagements von Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) fanden die Partner des digitalen Campus zurück an einen Tisch. Der Senator stellte am Dienstag gemeinsam mit den Projektgründern die Strategie im Rathaus vor.

„Wir haben den bestmöglichen Kompromiss gefunden, um die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Hamburg zu sichern“, sagt Westhagemann. „Die Stadt trägt hierbei kein finanzielles Risiko.“ Der Campus wird von der neu gegründeten Stiftung „Hammerbrooklyn – Stadt der Zukunft“, die von Art-Invest sowie der Stadt getragen wird, betrieben. Das Stiftungspräsidium besteht neben Westhagemann aus dem Geschäftsführer von Art-Invest, Markus Wiedemann, und den drei Projektgründern Matthias Müller-Using, Björn Bloching und Henning Vöpel.

Opposition begrüßt die Einigung

Die grüne „Hammerbrooklyn.Box“ soll bereits im Juni in Betrieb genommen werden. Die Grundsteinlegung für den Hauptpavillon soll Mitte Juni, die Inbetriebnahme Anfang 2020 erfolgen. Konkrete Pläne wollten die Initiatoren nicht vorstellen. Digitalexperte Björn Bloching lehnte diese auch ausdrücklich ab: „Das ist zu deutsch. Wir müssen es wie andere Innovationsstandorte halten und groß denken, die Inhalte werden dann folgen.“ Die Einigung auf das Innovationsprojekt wurde in der Politik einhellig begrüßt. Hansjörg Schmidt, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion sprach von einem „neuen, hoch attraktiven Ort für die digitale Zukunft in der Stadt.“

Auch die Opposition begrüßt die Einigung. „Hammerbrooklyn soll die digitale Herzkammer Hamburgs werden. Ich freue mich, dass sich die integrativen Kräfte innerhalb und um das Projekt durchgesetzt haben“, sagte der FDP-Fraktionschef Michael Kruse.

CDU: Rot-Grün ist zu zögerlich

Der CDU kommt die Einigung jedoch zu spät. Carsten Ovens, Fachsprecher der CDU-Fraktion sagte: „Die Pro­bleme bei der Projektentwicklung haben gezeigt, dass es die richtige politische Unterstützung braucht. Rot-Grün ist hierbei grundsätzlich zu zögerlich, zu langsam und ohne eigene Vision. Mit Blick auf Forschung und Lehre im Fach Informatik läuft Hamburg der Entwicklung anderer Hochschulstädte Jahre hinterher.“