Smart-City-Konzept

Deutsche Bahn will Dammtor und Harburg neu erfinden

Der Hamburger Dammtorbahnhof soll noch attraktiver werden.

Der Hamburger Dammtorbahnhof soll noch attraktiver werden.

Foto: picture alliance

Großer Umbau der beiden wichtigen Hamburger Bahnhöfe soll noch in diesem Jahr beginnen. Was alles geplant ist.

Hamburg. Die Deutsche Bahn will die Bahnhöfe Dammtor und Harburg im Rahmen ihres Konzepts Smart City deutlich umgestalten und so für alle Hamburger attraktiver machen. Die Umgestaltung solle noch in diesem Jahr beginnen, sagte eine Sprecherin des Konzerns dem Abendblatt am Sonnabend auf Anfrage.

Das Smart-City-Konzept setzt sich aus unterschiedlichen Komponenten zusammen. Dazu gehört etwa die Verbesserung der Aufenthaltsqualität durch mehr und besser gestaltete Sitzmöbel. Denkbar ist aber auch die Einrichtung von Büroarbeitsplätzen auf Zeit, sogenannten Coworking Spaces wie es sie etwa im betahaus in der Sternschanze gibt.

Auch könnten andere Mobilitätsangebote wie etwa der Verleih von Elektrorollern oder das Sammeltaxi-Angebot der Bahn-Tochter ioki an den Standorten Harburg und Dammtor integriert werden.

Erster Smart-City-Umbau der Bahn in Berlin-Charlottenburg

Welche dieser Komponenten tatsächlich an den Standorten umgesetzt werden, dazu wollte sich die Bahnsprecherin noch nicht äußern, Details werde es erst „in Kürze“ geben. Am bundesweit ersten Pilotstandort für das Smart-City-Konzept in Berlin-Charlottenburg macht die Bahn allerdings schon einmal vor, wie die Veränderungen konkret aussehen könnten.

Am dortigen S-Bahnhof laufen gerade die Umbauarbeiten. Es sollen zum Beispiel Sitzgelegenheiten auf dem bislang wenig attraktiven Vorplatz entstehen. Ein Blumenstand, der bislang zwischen den Gleisaufgängen aufgebaut ist, wird in die Empfangshalle ziehen. Außerdem sind Aufladestationen für Handys vorgesehen. Mitte des Jahres soll der Umbau laut der Deutschen Bahn abgeschlossen sein.

Schließfächer für Pakete und Post

Später soll noch auf Monitoren zu sehen sein, wann die nächste U-Bahn oder der nächste Bus fährt. Langfristig sind auch Schließfächer für Pakete und Post angedacht, damit man sich auf dem Nachhauseweg den Umweg über das Postamt spart.

„Wir wollen den Bahnhof in das Quartier einbinden“, sagt die Leiterin des Bereichs Smart Cities bei der Deutschen Bahn, Meike Niedbal, mit Blick auf das Berliner Projekt. Smart City bedeute im Grunde, dass Bereiche miteinander vernetzt würden und ineinandergreifen. Das soll einen Standort effizienter, aber auch lebenswerter machen.

Rahmenvereinbarung schon 2017

Die Stadt Hamburg und die Deutsche Bahn haben bereits im Jahr 2017 eine erste Rahmenvereinbarung („Memorandum of Understanding“) zur Umsetzung des Smart-City-Konzepts in der Hansestadt unterzeichnet. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem der Shuttle-Service ioki gestartet.

Der S-Bahn-Halt Elbgaustraße wurde als ein wichtiger Zubringerbahnhof für den Sammeltaxi-Dienst umgebaut, der unter anderem in Osdorf und Lurup aktiv ist. Ähnliche Umbauten sind nach Angaben der Bahnsprecherin auch für den Bahnhof Billwerder-Moorfleet geplant.