Hamburg

Stadtteilschulen holen weiter gegenüber Gymnasien auf

Unterricht an einer Schule (Symbolbild)

Unterricht an einer Schule (Symbolbild)

Foto: picture alliance

Noch vor wenigen Jahren lagen Gymnasien weit vor Stadtteilschulen. Bildungssenator: Zwei-Säulen-Schulmodell hat sich bewährt.

Hamburg.  Die Stadtteilschulen haben in der Beliebtheit bei Schülern und Eltern gegenüber den Gymnasien aufgeholt. 14.358 neue Fünftklässler werden laut Schulbehörde nach den Sommerferien in den fünften Klassen der staatlichen Stadtteilschulen und Gymnasien eingeschult. Demnach verteilen sich die Aufnahmen „erstmals fast gleichmäßig auf die beiden Schulformen“.

Noch vor wenigen Jahren hätten die Gymnasien rund zehn Prozentpunkte vor den Stadtteilschulen gelegen. „Das zeigt, dass sich das Zwei-Säulen-Schulmodell bewährt hat und mittlerweile über hohe Anerkennung verfügt“, sagte Bildungssenator Ties Rabe (SPD). „Ich freue mich darüber, dass die gute Arbeit und Ausstattung von Hamburgs Schulen von den Eltern anerkannt wird.“ Der Trend und die jüngste Entwicklung hatten sich bereits seit längerem abgezeichnet, wie das Abendblatt schon mehrfach berichtete.

Rabe: Schulbau dramatisch angekurbelt

Trotz der in Hamburg geltenden freien Schulwahl sei es „den Schulleitungen und der Schulbehörde gelungen, dass rund 94 Prozent der Hamburger Fünftklässler an ihrer Erstwunschschule eingeschult werden können“, teilte die Behörde am Mittwoch mit. „Das war nur möglich, weil wir den Schulbau in den letzten Jahren dramatisch angekurbelt haben“, so Senator Rabe. „Während vor 2010 jährlich rund 155 Millionen Euro in den Schulbau investiert wurden, hat der Senat ab 2011 die Investitionen auf über 360 Millionen Euro mehr als verdoppelt.“

An den 61 staatlichen Gymnasien werden laut Behörde nach den Sommerferien 7207 Schülerinnen und Schüler (Vorjahr: 7582) in 262 Klassen eingeschult. An den 58 staatlichen Stadtteilschulen seien es 6964 Schülerinnen und Schüler (Vorjahr: 6710) in 307 Klassen. CDU-Schulpolitikerin Birgit Stöver warf Rabe vor, die „vorausschauende Schulentwicklung verschlafen“ zu haben. Deswegen werde es künftig schwieriger, an der eigenen Wunschschule aufgenommen zu werden.