Hamburg

Stadtteilschulen werden immer beliebter

Anmeldungen für die 5. Klasse: Abstand zum Gymnasium verringert sich weiter

Hamburg. Die Stadtteilschulen in Hamburg legen an Beliebtheit zu und können den Abstand zu den Gymnasien weiter verkürzen. Das ergibt sich aus der vorläufigen Auswertung der Anmeldezahlen der weiterführenden Schulen für das Schuljahr 2018/19, die Bildungssenator Ties Rabe (SPD) am Montag bekannt gegeben hat.

Demnach wurden 14.394 Schülerinnen und Schüler für die Klasse 5 der staatlichen weiterführenden Schulen angemeldet – 663 mehr als im Vorjahr. 7.545 Schüler (52,4 Prozent) wurden an den 61 Gymnasien angemeldet, 104 mehr als im Vorjahr. Deutlich größer war der Zuwachs an den 58 Stadtteilschulen: Dort wurden 6.667 Schüler angemeldet (46,3 Prozent) – ein Plus von 546 gegenüber dem Vorjahr. 182 Schüler (1,3 Prozent) besuchen eine der vier sechsjährigen Grundschulen.

Die Stadtteilschule war 2010 gegründet worden und hatte Hauptschule, Realschule und Gesamtschule ersetzt. Entsprechend bietet sie verschiedene Abschlüsse an, auch das Abitur – allerdings nach neun Jahren (G9) und nicht nach acht (G8) wie am Gymnasium. Nachdem es zunächst so ausgesehen hatte, als könnte sich die neue Schulform nur schwer neben den Gymnasien behaupten, gleichen sich die Anmeldezahlen seit einigen Jahren immer mehr an – zur Freude des Schulsenators: „Ich freue mich, dass deutlich mehr Eltern die Stadtteilschule als den richtigen Bildungsgang für ihre Kinder ausgewählt haben. Dort können alle Schulabschlüsse erreicht werden, bis zum Abitur nach neun Jahren. Denn allein im letzten Schuljahr mussten rund 900 Sechstklässler das Gymnasium verlassen, weil sie den hohen Lern- und Leistungsanforderungen auf dem Weg zum Abitur nach acht Jahren (noch) nicht entsprachen.“

Dass die Zahl der Fünftklässler innerhalb von zwei Jahren um rund 1.150 Schülern oder 8,7 Prozent angestiegen ist, sieht Rabe als Beleg dafür, dass Hamburg eine „attraktive und familienfreundliche Stadt“ ist. Besonders groß sei der Zuwachs in den Bezirken Nord und Eimsbüttel.

Dort liegen auch die beiden Stadtteilschulen mit den höchsten Anmeldezahlen: die Julius-Leber-Schule (Schnelsen, 245 Anmeldungen) und die Heinrich-Hertz-Schule (Winterhude/240), gefolgt von der Goethe-Schule in Harburg (238). Die größten Zuwächse verzeichneten die Stadtteilschule Eppendorf (126 Anmeldungen – plus 54 gegenüber 2017), die Max-Brauer-Schule in Ottensen/Bahrenfeld (210, plus 49) und die Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg (186, plus 46).

Bei den Gymnasien lag das Gymnasium Corveystraße (Lokstedt) mit 195 Anmeldungen vor dem Gymnasium Ohmoor (Niendorf/193) und dem Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium (Eimsbüttel/ 173) – die relativ neue Schule hatte auch die höchsten Zuwächse (plus 64), gefolgt vom Gymnasium Othmarschen (155, plus 52) und dem Gymnasium Meiendorf (165, plus 45).