Moki's Goodies

Nach Kinderverbot: Farbanschlag auf Eimsbütteler Café

"Kevin 6 Jahre!": Unbekannte hatten das Café Moki's Goodies in der Nacht zum Freitag beschmiert.

"Kevin 6 Jahre!": Unbekannte hatten das Café Moki's Goodies in der Nacht zum Freitag beschmiert.

Foto: Michael Arning

Der Laden Moki's Goodies war mit der Verbannung von Kindern in die Schlagzeilen geraten. Jetzt wurde er Ziel einer Attacke.

Hamburg. Die Scheiben sind schwarz beschmiert, darüber prangt dick und fett der weiße Schriftzug: "Kevin, 6 Jahre!". Daneben ein trauriger Smiley. Nach dem Kinderverbot im Café Moki's Goodies am Eppendorfer Weg (Hoheluft-West) und dem darauf folgenden Shitstorm für Inhaberin Monika Ertl haben Unbekannte in der Nacht zum Freitag den Laden in Eimsbüttel mit Farbe gebrandmarkt. Der Farbanschlag ist der vorläufige Tiefpunkt in der Debatte über die Kinderfreundlichkeit in Cafés.

Wie ein Polizeisprecher bestätigte, wird wegen Sachbeschädigung ermittelt. Beweismittel konnten nach Polizeiangaben bisher nicht sichergestellt werden. Seit Tagen wird im Netz die Entscheidung der Inhaberin diskutiert, Kinder unter sechs Jahren nicht in das Frühstücks- und Brunch-Restaurant zu lassen. Ertl, selbst Mutter, hatte das Unerwünschtsein von Kindern mit betriebswirtschaftlichen Erwägungen begründet.

Der Hinweis auf das Kinderverbot versteckt sich auf der Internetseite bei den Reservierungen. Dort lässt sich ein Tisch nur für Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren vorbestellen. Andere Auswahlmöglichkeiten gibt es nicht.

Besitzerin von Moki's Goodies meldete sich via Instagram zu Wort

"Ohne dass auch nur eine einzige von Euch vorher das persönliche Gespräch gesucht hätte", schrieb sie bei Instagram unter dem Hashtag #schnullergate, "verurteilt ihr mit heiligem Eifer mein Unternehmen mit erstaunlicher verbaler Aufrüstung und Feindseligkeit.” Am Freitag war Ertl telefonisch zunächst nicht für eine Stellungnahme zum Vandalismusfall an ihrem Café zu erreichen.

Auch viel Zustimmung für Kinderverbot in Moki's Goodies

Zuvor hatte sie selbst den Shitstorm ausgelöst, als sie sich nach einer Beschwerde einer Stammkundin zu Wort meldete. Die Kundin hatte sich auf Instagram darüber empört, dass sie mit ihrem Kind im Café Moki's Goodies nicht erwünscht sei. Dieser Kommentar wurde von vielen Nutzern geteilt und führte zu teils heftiger Kritik an dem Konzept: "Ich bin keine Mutter und finde dich und dein Konzept respektlos und merkwürdig", schrieb etwa eine Userin. Jedoch erhielt die Besitzerin auch viel Zustimmung.

Bereits im vergangenen Jahr hatte ein Restaurant auf Rügen für einen Sturm der Entrüstung und eine große Debatte auch in Hamburg gesorgt. Das Lokal „Oma’s Küche und Quartier“ warb damit, Kinder unter 14 Jahren ab 17 Uhr nicht mehr zu bedienen. Für zusätzlichen Ärger sorgte der Hinweis des Betreibers, dies habe auch mit der mangelnden Erziehung durch die Eltern zu tun.