Verkehr

Hamburger starten Volksinitiative für sicheres Radfahren

Eine Familie fährt mit Kinder-Anhänger auf einer Fahrradstraße an der Alster entlang.

Eine Familie fährt mit Kinder-Anhänger auf einer Fahrradstraße an der Alster entlang.

Foto: picture alliance / Daniel Bockwoldt

Die Initiative "Radentscheid Hamburg" will 10.000 Unterschriften für ihr Vorhaben sammeln. Das sind ihre zwölf Ziele.

Hamburg. Von Schulradwegen bis zu rad- und fußgängerfreundlichen Ampeln und diebstahlsicherem Fahrradparken – die Initiative „Radentscheid Hamburg“ setzt sich für mehr Sicherheit im Hamburger Straßenverkehr ein. Dafür startet sie nun eine Volksinitiative und reicht am Freitagvormittag eine erste Unterschriftenliste sowie eine Liste mit zwölf definierten Zielen in der Senatskanzlei ein. Anschließend sollen erste Unterschriften auf dem Rathausmarkt gesammelt werden.

10.000 Hamburger Bürger müssten unterschreiben

In einem Zeitraum von sechs Monaten müssen ab Freitag 10.000 gültige Unterschriften von Hamburger Bürgern gesammelt werden. Ob es solange dauern wird, kann Reimers aktuell nicht abschätzen. Er rechnet lediglich mit 20 bis 30 Hamburgern, die sich Freitag vor der Senatskanzlei in die Liste eintragen wollen. Sollte die Volksinitiative im angegebenen Zeitraum erfolgreich sein und die Bürgerschaft das Anliegen nicht innerhalb von drei Monaten übernehmen, würden die Initiatoren ein Volksbegehren starten.

Die Ausarbeitung des Konzepts, zu dem auch die zwölf Ziele der Initiative gehören, hat zwei Jahre gedauert. „Wir sagen ja nicht einfach: Alle Autos raus“, sagt Reimers. Das Konzept solle auch nachhaltig einsetzbar sein. Als Vorbilder dienten den Initiatoren Städte in Dänemark und den Niederlanden, die beispielsweise zunächst die Radwege zwischen einzelnen Schulen ausbauen. „Ganz viele andere Städte sind viel, viel weiter. In Hamburg würde ich meine Kinder aktuell nicht Fahrrad fahren lassen“, so Reimers.

Greenpeace unterstützt die Hamburger Initiative

Ausschlaggebend für die Initiatoren sei ein vergleichbarer Berliner Volksentscheid gewesen, erklärt Günther Reimers, Vertreter der Initiative „Radentscheid Hamburg“. Mittlerweile wird der Radentscheid aktiv von Greenpeace unterstützt, mit anderen Vereinen seien sie bereits im Gespräch, sich aber noch nicht einig, so Reimers.

Außerdem plant die Initiative am Sonntag die Fahrrad-Veranstaltung „Kidical Mass“. Diese richtet sich an Familien mit Kindern und soll ein Zeichen für Rücksichtnahme auf Kinder und eine sichere Infrastruktur im Straßenverkehr setzen.

Das sind die zwölf Ziele der Initiative "Radentscheid Hamburg":

  1. Ein dichtes, barrierefreies Radfahrernetz für alle
  2. Sichere Schulradwege für Kinder
  3. Kreuzungsarme Radschnellwege für den Berufs- und Pendlerverkehr
  4. Breite und geschützte Radwege an allen Hauptstraßen
  5. Fahrradstraßen ohne motorisierten Durchgangsverkehr
  6. Geschützte Kreuzungen nach niederländischem Vorbild
  7. Rad- und fußverkehrsfreundliche Ampeln
  8. Rad- und fußverkehrsfreundliche Baustellengestaltung
  9. Diebstahlsicheres Fahrradparken
  10. Instandhaltung, Pflege und Reinigung von Radverkehrsanlagen
  11. Regelmäßige Evaluation des Radverkehrs und wissenschaftliche Begleitung des Radverkehrsgesetzes
  12. Erhöhung der Verkehrssicherheit durch Trennung von planender und überwachender Behörde

In Stellingen war erst am Dienstag ein 48 Jahre alter Radfahrer von einem abbiegenden Lastwagen überrollt und getötet worden. Der Fahrer des Lkw hatte ihn offenbar beim Abbiegen übersehen. Er ist der siebte Verkehrstote in Hamburg seit Jahresbeginn.