Fuhlsbüttel

Flughafen Hamburg schafft seine tierischen Spürnasen ab

Ein Spürhund im Einsatz am Flughafen (Symbolfoto).

Ein Spürhund im Einsatz am Flughafen (Symbolfoto).

Foto: picture allaince/dpa

Detektoren ersetzen die Sprengstoff-Hunde am Hamburger Airport. Was nun mit Tieren und Herrchen passiert.

Hamburg.  Seit Jahren schon verlassen sich die Verantwortlichen am Hamburger Flughafen auf die feinen Nasen von „Isy“ und ihren zwei „Kollegen“. Zielsicher erschnüffeln die Spürhunde versteckten Sprengstoff sowie andere Gefahrgüter und sorgen so für mehr Sicherheit am Airport.

Doch nun ist es mit dieser Tradition vorbei. Wie Sprecherin Stefanie Harder dem Abendblatt bestätigte, schafft der Flughafen die Spürnasen im Laufe dieses Jahres ab. Es habe bereits ein erstes Gespräch mit den drei Hundeführern am Airport gegeben. „Das war natürlich eine nicht ganz einfache, auf Dauer aber unausweichliche Entscheidung“, so die Sprecherin. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung über das Aus für die Hunde berichtet.

Maschinen ersetzen die Hunde

Hintergrund ist einmal mehr der technische Wandel. Wie manch ein menschlicher Beschäftigter auch werden die Hunde durch Maschinen ersetzt. Ihre Schnüffel-Arbeit an den Waren-Eingängen am Flughafen soll künftig ausschließlich von Sprengstoffdetektoren erledigt werden. „Die Technik ist in den vergangenen Jahren immer besser geworden“, sagt Sprecherin Harder. „Mittlerweile liefert sie mindestens gleichwertige oder sogar bessere Ergebnisse als die Tiere.“

Der Flughafen Hamburg ist laut Harder ohnehin neben Frankfurt und München der einzige Airport in Deutschland, der noch eigene Hunde im Einsatz hat. Für sprengstoff-verdächtiges Gepäck in den Terminals ist zudem die Bundespolizei zuständig. Sie benutzt Roboter zur Begutachtung und Entschärfung – allein schon, um nicht das Leben von Tieren und Menschen zu gefährden.

Zoll hat weiter Drogenspürhunde im Einsatz

Der Zoll vertraut allerdings weiter auf seine lebendigen Spürnasen und setzt am Flughafen auch zukünftig eigene Tiere für die Suche nach Kokain oder Marihuana ein. "Beim Erschnüffeln von Drogen ist die Hundenase durch nichts zu schlagen", sagt Thomas Garth vom Hauptzollamt Itzehoe, das für die Kontrollen am Hamburger Airport zuständig ist. "Die Technik kommt da nicht mit." Auch bei der Suche nach illegal eingeführten Tierarten seien die Spürhunde unerlässlich,

Und was passiert nun mit „Isy“ und ihren beiden tierischen Kollegen? Ihre Herrchen werden künftig andere Aufgaben am Airport übernehmen. Voraussichtlich werden sie weiter auf Patrouille gehen, nur ohne die Tiere. Die Hunde dürfen zwar noch weiterhin mit zum Flughafen kommen und haben dort auch ihren eigenen Zwinger, sie haben am Airport aber keine Aufgaben mehr. Hunde-Ruhestand also bei weiter voller Verpflegung.