Hamburg

Unilever will von der HafenCity in die Altstadt ziehen

Erst vor zehn Jahren war die Unilever-Zentrale von der Neustadt in die HafenCity gezogen.

Erst vor zehn Jahren war die Unilever-Zentrale von der Neustadt in die HafenCity gezogen.

Foto: Marcelo Hernandez

Hamburger Deutschland-Zentrale soll Neubau nahe der Nikolai-Kirche beziehen. Ein Nachmieter am Strandkai steht schon bereit.

Hamburg. Vor wenigen Wochen war das Management in der Deutschlandzentrale des Konsumgüterkonzerns Unilever (Langnese, Knorr, Dove) noch auf der Suche nach einem neuen Standort in Hamburg (das Abendblatt berichtete). Jetzt ist der britisch-niederländische Konzern möglicherweise fündig geworden. Unilever wolle vom Strandkai in der HafenCity an die Neue Burg in der Altstadt umziehen, berichtet die "Immobilienzeitung". Das Branchenblatt beruft sich dabei auf Marktkenner.

Unilever-Sprecher Konstantin Bark betonte, es sei bislang für kein Objekt irgendetwas unterschrieben worden. Es gebe auch noch keinerlei Grundsatzentscheidung des Unternehmens. „Wir gucken uns laufend sämtliche Optionen an“, sagte Bark dem Abendblatt. Dazu gehöre auch die Möglichkeit, dass Unilever in dem vor zehn Jahren bezogenen Gebäude in der HafenCity bleibe. Nach Abendblatt-Informationen ist jedoch klar, dass ein Umzug der Deutschlandzentrale nur innerhalb Hamburgs stattfinden würde.

Karrierenetzwerk Xing ist ein möglicher Nachmieter in der HafenCity

An der der Straße Neue Burg im Schatten der Nikolaikirche entsteht derzeit ein neungeschossiges Bürogebäude mit etwa 6500 Quadratmeter Fläche. Laut dem Bericht will Unilever die gesamten 5500 Quadratmeter Bürofläche sowie das Erdgeschoss mieten. Dort soll – wie jetzt bereits am Strandkai – das Produktsortiment des Konzerns präsentiert werden.

Die Unilever-Zentrale für den deutschsprachigen Raum war 2009 von der Neustadt in die HafenCity umgezogen. Damals arbeiteten dort etwa 1150 Mitarbeiter, mittlerweile sind es etwa 700. Zuletzt waren durch den Verkauf der Unilever-Margarinesparte (Rama, Becel) an den Finanzinvestor KKR etwa 100 Beschäftigte aus dem Konzern ausgeschieden. Nach Markt-Informationen plant Unilever zudem, neben dem Neubau an der Neue Burg etwa 2000 Quadratmeter in einem Coworking-Büro anzumieten, um flächenmäßig flexibel zu sein.

Ein möglicher Nachmieter in der aktuellen Unilever-Zentrale am Strandkai ist das Karrierenetzwerk Xing. Die Mitarbeiter des stark wachsenden Unternehmens sind in der Hansestadt derzeit auf mehrere Standorte verteilt. 2018 hatte Xing von der Stadt ein Grundstück an der Gasstraße in Bahrenfeld erworben. Dort wäre ein Neubau für etwa 1500 Mitarbeiter allerdings frühestens Ende 2021 fertiggestellt. Gegenüber dem Abendblatt hatte Xing Gespräche über eine Anmietung des jetzigen Unilever-Hauses bestätigt.