Hamburg

Unfall vor Neuwerk: Peta fordert Verbot von Wattkutschen

Idylle im Watt: Die Kutschfahrten auf die Insel Neuwerk sind beliebt. Nach einem Unfall fordern Tierrechtler nun einen Stopp der Tradition.

Idylle im Watt: Die Kutschfahrten auf die Insel Neuwerk sind beliebt. Nach einem Unfall fordern Tierrechtler nun einen Stopp der Tradition.

Foto: Olaf Malzahn/Imago

Nachdem Pferde durchgegangen waren und vier Insassen einer Kutsche verletzt wurden, wollen die Tierrechtler ein Ende der Fahrten.

Hamburg. Nach dem Unfall einer Wattkutsche zwischen Cuxhaven und der zu Hamburg gehörenden Insel Neuwerk fordert die Tierschutzorganisation Peta ein Verbot dieser Beförderung. Die Tierschützer verlangen von Landrat Kai-Uwe Bielefeld sowie dem Hamburger Verkehrssenator Michael Westhagemann die sofortige Einstellung der Pferdekutschen im Nordseewatt. Risiken bei der Nutzung von Pferden vor Kutschen seien seit langem bekannt.

Die Kutsche war bereits am Donnerstag kurz nach dem Start verunglückt. Nach Polizeiangaben waren die Pferde gegen 9.30 Uhr auf dem Weg von Neuwerk nach Cuxhaven durchgegangen, die Kutsche sei umgekippt, vier Personen waren bei dem Unfall zum Teil schwer verletzt worden: ein Ehepaar aus Baden-Württemberg, ein 63 Jähriger sowie der 25 Jahre alte Kutscher. Der Wattwagen war daraufhin von der Polizei sichergestellt worden.

33 Unfälle mit Kutschen im Jahr 2018

Schon im Juli 2018 habe Peta auf die Gefahren bei Wattwagenfahrten hingewiesen. „Dieser Vorfall zeigt erneut, dass die Risiken bei Kutschfahrten unkontrollierbar sind. Pferde sind Fluchttiere und können selbst bei geringen Störungen leicht in Panik geraten“, so Jana Hoger, Fachreferentin bei Peta. „Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist ein Verbot von Pferdekutschen – insbesondere auf so unsicherem Untergrund wie dem Wattenmeer.“

Die Verkehrsbehörde in Hamburg sei dafür nicht zuständig, hieß es. Adressat der Forderung seien eher das Land Niedersachsen, die Gesundheitsbehörde oder der Bezirk Mitte, zu dem die Insel formal gehört. Aus dem Bezirksamt heißt es, die Kutschen und die Betreiber werden regelmäßig kontrolliert. Bisher habe es keinen Grund für Beanstandungen gegeben.

Laut der Tierschutzorganisiation gab es bundesweit 33 Kutschunfälle im vergangenen Jahr. Zehn Menschen seien dabei getötet, 62 verletzt worden. Auch vier Pferde haben dabei nach Peta-Angaben ihr Leben verloren. Die häufigste Unfallursache sei "Erschrecken der Tiere" gewesen.

In Hamburg starb eine Frau nach Kutschfahrt

Erst im September 2018 war es auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg zu einem tragischen Unglück gekommen. Eine 78 Jahre alte Frau war dabei gestorben. Offenbar war bei einem der Tiere das Zaumzeug verrutscht, woraufhin das Gespann führungslos davongestürmt war und mit einem entgegenkommenden Auto kollidierte.

Eine Stute hatte mit dem Huf durch die Windschutzscheibe getreten und den Fahrer schwer verletzt. Die Kutsche sei umgekippt, die Insassen waren herausgeschleudert worden. Die schwer verletzte Stute musste am Unfallort eingeschläfert werden. Der Ohlsdorfer Friedhof stellte danach die Kutschfahrten über das Gelände ein.