Feuerwehr warnt

Fieser Geruch zieht wieder durch Hamburg – Katwarn ausgelöst

Von der Innenstadt bis nach Wandsbek stank es. Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten. Gesundheitsgefahr ausgeschlossen.

Hamburg. Nachdem vor gut einer Woche ein beißender Gasgeruch durch die Hansestadt gezogen war, hat sich am späten Mittwochabend erneut ein fieser Dunst ausgebreitet. Von der Innenstadt aus in Richtung Nordosten bis nach Wandsbek stank es gewaltig.

"Der Grund ist noch völlig unklar", sagte Feuerwehr-Sprecher Jan Ole Unger dem Abendblatt auf Anfrage. Da nicht bekannt sei, was den Geruch ausgelöst hat, hat die Feuerwehr Anwohnern empfohlen, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

"Wir können aber sagen: Eine Gefahr für die Gesundheit besteht nicht", betonte ein Sprecher der Polizei, nachdem der Einsatz gegen 2 Uhr in der Nacht beendet wurde.

Gestank in der Stadt weit verbreitet

Nachdem mehrere besorgte Anrufer vor allem aus den Stadtteilen Uhlenhorst, Eilbek und Wandsbek der Feuerwehr den undefinierbaren Geruch gemeldet hatten, waren fünf spezielle Erkundungsfahrzeuge ausgerückt, um den Ursprung des rätselhaften Geruchs zu messen. Auch eine Verstärkung der Freiwilligen Feuerwehren aus Bergedorf und Sinstorf wurde angefordert.

Kurz nach Mitternacht löste auch das Warnsystem Katwarn aus: Betroffen waren demnach die Innenstadt und St. Georg, die Stadtteile Harvestehude, Rotherbaum, Eppendorf und die City Nord, sowie östlich der Binnenalster Eilbek, Barmbek-Süd, Dulsberg und Barmbek-Nord.

Gasgeruch zog drei Stunden lang durch Hamburg

Bereits vergangene Woche war am Dienstagabend ein strenger Gasgeruch für etwa drei Stunden durch Hamburg gezogen. Betroffen waren sämtliche Stadtteile vom Hafen bis zum Flughafen. Nachdem die Feuerwehr ebenfalls über die Warn-App Katwarn Anwohner dazu angehalten hatte, Fenster und Türen geschlossen zu halten, konnte sie später Entwarnung geben.

Der Geruch ging auf eine erhöhte Konzentration von Hexan zurück und war nicht gesundheitsgefährdend. Die Quelle der Emission konnte aber bislang nicht ermittelt werden.

So funktioniert Katwarn

Das vom Fraunhofer-Institut entwickelte System wurde in Hamburg im August 2011 vom damaligen Innensenator Michael Neumann (SPD) symbolisch in Betrieb genommen. Mit diesem System besteht die Möglichkeit, postleitzahlengenau zu informieren.

Das Infosystem versendet bei Unglücksfällen Warnungen der Feuerwehr und dem zentralen Katastrophendienststab der Hamburger Innenbehörde, die Infos zur Gefahr enthalten (Sturmflut, Großbrand oder Gefahrengutunfall) sowie Verhaltensempfehlungen. Beispiel: "Sturmflut-Warnung der Innenbehörde, gültig ab sofort, für PLZ 20457, tiefliegende Außendeichgebiete verlassen."

Um eine Warnung zu bekommen, muss nicht nur die kostenfreie App auf dem Smartphone installiert sein, der Nutzer muss auch die Ortungsfunktion des Geräts einschalten oder, wenn er seinen aktuellen Standort nicht preisgeben möchte, virtuelle Stecknadeln auf einer Karte setzen. An diesen Orten wird er dann gewarnt. Katwarn gibt es für Smartphones im App-Store, Google Play oder bei Microsoft. Die App ist kostenfrei.