Glosse

Bitte streuen, es ist dringend!

Marlies Fischer
Marlies Fischer

Marlies Fischer

Foto: HA

Haben Sie schon mal eine Schiene am Bein vom Oberschenkel bis zur Wade getragen? Dann wissen Sie ja, wovon ich spreche. Hässlich, unbequem. Der Innenmeniskus im rechten Knie ist gerissen, weder beim Handball noch Skifahren, nein, einfach eine Treppe zur S-Bahn runtergegangen. Das Alter, Verschleiß – das Leben an sich ist gefährlich.

Gut, dass der Unfall jetzt passiert ist, wenn weder Radtouren noch Federball-Turniere angesetzt sind. Aber der Winter hat seine Tücken: Kälte, Schnee und Glätte. Ich wohne in einem sehr bürgerlichen (Umschreibung für spießigen) Stadtteil Hamburgs. Und deshalb bin ich fest davon ausgegangen, dass Hausbesitzer und Mieter ihrer Räum- und Streupflicht gewissenhaft nachkommen. Aber weit gefehlt: Mein Weg zur S-Bahn ist ein humpeliger Parcours an der Gehhilfe, um glatten und gefährlichen Bereichen auszuweichen.

Und wissen Sie, wo es am schlimmsten ist? Vor der Tür eines größeren Polizeireviers und auf der Rampe zur S-Bahn-Station. Ein bisschen Sand wie mit dem Salzstreuer verteilt, das war’s. Liebe Ordnungshüter, von Euch hätte ich Vorbildfunktion erwartet. Ab heute soll es wieder schneien. Also lasst mal sehen, was Ihr mit Schaufel und Besen so draufhabt. Bewegung an der frischen Luft soll gesund sein. Na ja, manchmal …

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