Fuhlsbüttel

Behörde verbannt Dauerparker rund um den Hamburg Airport

Autos an der Etzestraße mit auswärtigen Kennzeichen. Anwohner klagen seit Jahren über Parkplatznot durch abgestellte Fahrzeuge. Die Autos werden häufig von Flugreisenden abgestellt (Archivbild).

Autos an der Etzestraße mit auswärtigen Kennzeichen. Anwohner klagen seit Jahren über Parkplatznot durch abgestellte Fahrzeuge. Die Autos werden häufig von Flugreisenden abgestellt (Archivbild).

Foto: MICHAEL ARNING

Weil immer mehr Passagiere in Wohnstraßen die Parkplätze blockieren, wird Anwohnerparken nahe dem Flughafen ausgeweitet.

Hamburg.  Gute Nachrichten für die Anwohner rund um den Hamburger Flughafen: Die Parkzonen für die Bewohner in Langenhorn und Fuhlsbüttel werden ausgeweitet. Startschuss für die ersten neuen Bewohnerparkzonen am Airport soll bereits am 1. Mai sein. Das teilte der Landesbetrieb Verkehr (LBV) am Dienstag in einer Sitzung des Verkehrsausschusses der Bezirksversammlung Nord mit.

Demnach sind gleich fünf neue Bewohnerparkzonen rund um das bereits heute vorhandene Bewohnerparkgebiet N 100 vorgesehen, das bereits seit 1991 besteht und in dem Kurzzeitparker ihre Fahrzeuge nicht länger als drei Stunden abstellen dürfen.

Einen genauen Zuschnitt der einzelnen Parkzonen gibt es noch nicht, aber als Begrenzung schlägt der LBV Folgendes grob vor:

  • Röntgenstraße und Am Hasenberge im Süden

  • Im Grünen Grunde, Fuhlsbüttler Straße, Brombeerweg, Trasse der U-Bahn-Linie U1, Flughafenstraße und Moorreye im Osten

  • Beim Schäferhof und Langenhorner Chaussee im Norden

LBV nahm anonymisierte Kennzeichenerhebung vor

Auch in den neuen Zonen soll es eine Parkscheibenregelung geben – Kurzzeitparker dürfen dort dann maximal drei bis fünf Stunden ihr Fahrzeug abstellen. Nur Bewohner mit einem Bewohnerparkausweis können zeitlich unbegrenzt parken.

Die Ausweitung des Bewohnerparkens rund um den Hamburg Airport, der bis 2035 mit rund 26 Millionen Passagieren rechnet, basiert auf einer Untersuchung des LBV. Dieser hatte die Parksituation im Umfeld des Hamburger Flughafens unter die Lupe genommen und zur Ferienzeit im Juli 2018 eine anonymisierte Kennzeichenerhebung vorgenommen.

Hälfte des Parkraums durch Dauerparker belegt

„Die Ergebnisse haben gezeigt, dass im Wohngebiet rund um den Flughafen ein vergleichsweise hoher Parkdruck herrscht“, teilte der LBV am Mittwoch mit. „Insbesondere stellen dort viele Auswärtige ihr Fahrzeug für mehr als 32 Stunden ab“, heißt es in der aktuellen Mitteilung. Dabei handelt es sich häufig um Fluggäste, die in den Wohnstraßen die Parkplätze blockieren, weil sie ihre Autos nicht am Airport, sondern kostenlos in umliegenden Wohngebieten abstellen.

Schon seit Jahren kritisieren Anwohner, dass Fuhlsbüttel mehr und mehr ein „Kundenparkplatz“ des Hamburg Airports werde. Das zeigen auch die Beobachtungen des LBV, der an die Innenbehörde angeschlossen ist: In einigen Straßen, wie etwa dem Justus-Strandes-Weg, sei rund die Hälfte des vorhandenen Parkraums durch Dauerparker belegt gewesen.

Anwohner sollen bei Zuschnitt der Zonen mitreden

Bevor die neuen Parkzonen eingerichtet werden, sollen die Anwohner umfangreich informiert werden. Bei einer Online-Befragung sollen weitere Details im Dialog mit den Anwohnern des betroffenen Gebietes erarbeitet werden. Dabei geht es laut Behörde auch um den genauen Zuschnitt der Gebiete und die Höchstparkdauer an den Parkplätzen. „Die Umfrage wird voraussichtlich im Februar 2019 gestartet“, heißt es vonseiten des LBV. Ziel sei es, mit der Ausweitung des Bewohnerparkgebietes am Flughafen noch vor den Sommerferien zu beginnen.

„Wir begrüßen die Umsetzungspläne des LBV, schon im Mai dieses Jahres neue Anwohnerparkzonen einzurichten“, sagte Martin Fischer, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Bezirksfraktion Hamburg-Nord. Das sei noch vor der Hauptreisezeit am Hamburg Airport und werde die Anwohner spürbar entlasten. „Aber wir müssen auch die Verdrängung in andere Quartiere im Blick behalten, besonders entlang der U1- und S1-Strecken in Alsterdorf, Barmbek oder auch Winterhude.“

Grüne: „Endlich kommt der große Wurf“

Der CDU-Bezirkspolitiker übte aber auch Kritik und warf Rot-Grün vor, das Thema über die vergangenen Jahre nur schleppend angepackt zu haben. „Das ist unverantwortlich, denn die Probleme, die durch das Wachstums des Flughafens auch für die Nachbarschaft entstehen, sind ja durchaus schon länger bekannt und waren abzusehen“, so Fischer.

„Endlich kommt der große Wurf für das Bewohnerparken rund um den Flughafen“, sagte Thorsten Schmidt, Verkehrsexperte der Grünen-Bezirksfraktion Nord. „Schon seit vielen Jahren haben die Anwohnerinnen und Anwohner immer wieder gefordert, weitere Bewohnerparkzonen einzurichten. Wir unterstützen das Bewohnerparken, weil es für alle ‘Auswärtigen’ einen Anreiz setzt, mit anderen Verkehrsmitteln als dem eigenen Auto anzureisen.“

Fluggäste, aber auch Mitarbeiter von Philips in der Röntgenstraße würden durch das neue Anwohnerparken motiviert, künftig häufiger mit Bus und Bahn zum Arbeitsplatz zu fahren. Nach Angaben der Grünen-Bezirksfraktion habe der LBV in der Sitzung des Verkehrsausschusses auch angekündigt, noch im Frühjahr 10 bis 20 neue Mitarbeiter einstellen zu wollen, um die neuen Zonen auch überwachen zu können.