Eilbek

Bulgarisch-orthodoxe Kirche übernimmt Osterkirche

Wandsbeker Chaussee 192: Jetzt
nutzen Bulgaren die Kirche.

Wandsbeker Chaussee 192: Jetzt nutzen Bulgaren die Kirche.

Foto: Andreas Laible / HA

Nach zweijährigen Verhandlungen mit den Protestanten findet in Eilbek die feierliche Übergabe der früheren Friedhofskapelle statt.

Hamburg.  Die historische Osterkirche an der Wandsbeker Chaussee wird künftig von der bulgarisch-orthodoxen Kirchengemeinde in Hamburg für ihr religiöses Leben genutzt. An diesem Freitag wird dafür der Vertrag unterzeichnet. Die offizielle Einweihung ist für den 11. Mai geplant.

Wie der bulgarische Honorargeneralkonsul Prof. Gerd-Winand Imeyer dem Abendblatt sagte, hatte es zweijährige Verhandlungen mit der evangelische Kirche über das nicht mehr genutzte Gotteshaus gegeben. Nun kann die bulgarisch-orthodoxe Kirchengemeinde „Die Heiligen Kyrill und Methodius“ die 1863 erbaute Kirche zunächst 45 Jahre lang mit anschließend garantierter Vertragsverlängerung übernehmen.

Das architektonische Juwel hatte der Architekt Alexis de Chateauneuf (1799–1853) als Zentrum eines Landschaftsfriedhofes für die Hauptkirche St. Jacobi entworfen. Mit dem Ende der Friedhofsnutzung wurde das Gelände in einen Park umgewandelt; die Kapelle als schlichter Rechteckbau ohne Apsis diente fortan zunächst als Gemeindekirche. Aus finanziellen Gründen musste die Gemeinde ihre Osterkirche vor zwei Jahren dem Kirchenkreis Hamburg-Ost übergeben.

Großer Sanierungsbedarf

Der Sanierungsbedarf ist offenbar groß. Die bulgarische orthodoxe Gemeinde übernehme nun den Unterhalt der „verödeten lutherischen Kirche auf Dauer“, schreiben Priester Krastin Apostolov und Vorstandsvorsitzender Svetlozar Ivanov an die „lieben Landsleute in Hamburg und Norddeutschland“.

In der Hansestadt leben rund 10.000 bulgarische Staatsbürger, in Bremen und Niedersachsen sind es 30.000. Die Zuwanderung habe Anfang der 1990er-Jahre begonnen, sagt der bulgarische Honorargeneralkonsul. Zu den großen Festtagen wie Weihnachten und Ostern kämen rund 200 Gläubige, an den regulären Sonntagen sind es im Schnitt 50. In den vergangenen Jahren fanden die Veranstaltungen der bulgarisch-orthodoxen Gemeinde in der evangelischen Bugenhagenkirche statt.

Die Mühen vieler Mitstreiter seien nun von Erfolg gekrönt, freuen sich Priester und Vorstandsvorsitzender der Gemeinde. Und der Konsul sagt: „Für mich ist die Entwicklung der bulgarisch-orthodoxen Kirche in Hamburg Ausdruck einer erfolgreichen und gelungenen Migration“. Ein erheblicher Anteil der Zuwanderer habe eine gehobene, oft universitäre Ausbildung.