Sport in Hamburg

Marienthaler THC: Kunstrasenplatz bleibt erhalten

John Mönninghoff (l.), Vorsitzender des Marienthaler THC, und Hockeyjugendwart Martin Schwarzhaupt, auf dem Hockeyplatz des Marienthaler THC.

John Mönninghoff (l.), Vorsitzender des Marienthaler THC, und Hockeyjugendwart Martin Schwarzhaupt, auf dem Hockeyplatz des Marienthaler THC.

Foto: Roland Magunia / HA

Die Kündigung für die gepachteten Hockeyplätze zum 31. März hatte für großes Aufsehen und Unruhe gesorgt.

Hamburg.  Am Ende haben sie sich in die Augen geschaut und die Hände geschüttelt. „Wir sind in Hamburg“, sagt John Mönninghoff. „Ein Handschlag zählt.“ Und weil das so ist, war der Präsident des Marienthaler THC am Donnerstag nach seinem einstündigen Gespräch mit Falko Droßmann, dem Leiter des Bezirksamts Mitte, bester Laune: „Unser Verein hat wieder eine Zukunft.“

Vor einer Woche hatte der 65-Jährige noch gesagt, die Existenz des Vereins sei „gefährdet“. Die Kündigung für die von der Stadt seit mehr als 50 Jahren am Rand der Horner Rennbahn gelegenen, gepachteten Hockeyplätze zum 31. März, hatte für großes Aufsehen und Unruhe gesorgt. Anlass für die Kündigung: Die Hochbahn benötigte Fläche für den Aushub des Baus der U-4-Verlängerung in die Horner Geest (das Abendblatt berichtete).

Knapp 20.000 Unterschriften sammelte der 800 Mitglieder zählende Verein in einer Online-Petition binnen einer Woche. Zahlreiche Politiker äußerten sich, der Ruf der „Sportstadt Hamburg“ schien in Gefahr. Selbst der CDU-Bundestagsabgeordnete für Mitte, Christian de Vries, schrieb einen Brief an Droßmann, in dem er darum bat, die Kündigung zurückzunehmen.

„Wir haben jetzt eine sehr gute Lösung“

Die große Aufmerksamkeit hat ihre Wirkung offenbar nicht verfehlt. „Wir haben jetzt eine sehr gute Lösung“, sagt Mönninghoff. „Herr Droßmann hat sich sehr bewegt.“ Auch Bezirksamtssprecherin Sorina Weiland bewertete den Termin positiv: „Alle sind sehr zufrieden.“

Nach der nun erzielten Einigung steht fest, dass der Kunstrasenplatz auf jeden Fall erhalten bleibt. Die südlich angrenzenden Naturrasenplätze werden weiterhin für die Ablagerung des Aushubes benötigt, jedoch keinesfalls mehr in dieser Saison, sodass sie dem Verein während des Sommers komplett zur Verfügung stehen. „2019 bleibt alles, wie es ist“, bestätigte Weiland. Derweil bemüht sich das Bezirksamt darum, einen temporären Ersatz für den Naturrasen zu besorgen. Dieser wird voraussichtlich am Tribünenweg geschaffen.

Die Aufregung ist offenbar auch dadurch entstanden, dass Juristen die alten Verträge unterschiedlich interpretierten. Der Verein war immer davon ausgegangen, dass ihm auch der Kunstrasenplatz gekündigt wurde, Bezirk und Hochbahn bestritten das jedoch. Jetzt muss dort auch juristisch für Klarheit gesorgt werden. Aber das ist nur noch eine Formalie. Inhaltlich ist man sich einig. „Es war überragend, wie die deutsche Hockeyfamilie zusammengehalten hat, dafür bedanken wir uns herzlich“, sagt Mönninghoff. „Wir haben jetzt wieder eine sichere Perspektive, der Standort ist langfristig gesichert.“