Bürgerschaft

Schulgeldfreiheit für Ausbildung von Therapeuten kommt voran

Hamburg will Übergangsregelung ab 2019. Bisher zahlen Logopäden, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten bis 430 Euro pro Monat.

Hamburg. Die Einführung der Schulgeldfreiheit für die Ausbildung von Logopäden, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten ist einen Schritt weiter: Die Bürgerschaft hat den Senat mit großer Mehrheit aufgefordert, bis zum 31. Mai eine auf zwei Jahre befristete Landesförderung vorzulegen. Diese Regelung soll dann nach Zustimmung durch die Bürgerschaft rückwirkend zum Schuljahrsbeginn am 1. April gelten.

„Es ist ein Anachronismus, wenn junge Menschen Geld mitbringen müssen, wenn sie eine Ausbildung in einem Mangelberuf aufnehmen“, sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Hamburg springe ein, bis eine bundesweite Regelung, die sich die Große Koalition vorgenommen hat, voraussichtlich von 2021 an in Kraft treten wird. Prüfer-Storcks kritisierte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der für die Umsetzung sehr lange brauche, während er bei Themen, die ihm wichtig seien, sehr schnell sein könne.

Kosten belaufen sich auf drei Millionen im Jahr

Die Kosten für die Schulgeldfreiheit für die drei Gesundheitsfachberufe in Hamburg belaufen sich nach Angaben der Senatorin auf mehr als drei Millionen Euro pro Jahr. „Wir sind damit im Vergleich zu anderen Ländern sehr weit vorn in Hamburg“, sagte Prüfer-Storcks. Bislang müssen die Auszubildenden bis 430 Euro pro Monat zahlen.

Kritik von er Opposition gab es dennoch. „Aus unserer Sicht geht die Regelung nicht weit genug. Es wäre fair, wenn die Schulgeldfreiheit schon vom 1. Januar an gelte“, sagte CDU-Vize-Fraktionschefin Birgit Stöver. Union und die Linke forderten Schulgeldfreiheit für alle therapeutischen Gesundheitsberufe. „Podologen, Bademeister und Masseure müssen weiterhin Schulgeld zahlen“, sagte der Linke-Abgeordnete Deniz Celik. Das schaffe eine „Zwei-Klassen-Ausbildung“ für die Gesundheitsberufe.

Christiane Blömeke (Grüne) sieht Spahn in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass Podologen und Masseure kein Schulgeld mehr zahlen müssen.