Altona

U-Bahnhof Sternschanze soll abgerissen werden

Der U-Bahnhof
Sternschanze wurde
bereits 1912 in Betrieb genommen
und ist nicht barrierefrei. Nun wird die
Station wahrscheinlich durch einen
Neubau ersetzt.

Der U-Bahnhof Sternschanze wurde bereits 1912 in Betrieb genommen und ist nicht barrierefrei. Nun wird die Station wahrscheinlich durch einen Neubau ersetzt.

Foto: Michael Rauhe / HA

Neubau geplant. Station stellt Verantwortliche dabei vor große Herausforderungen. Hochbahn investiert in neue Fahrkartenautomaten.

Hamburg.  Die Hamburger Hochbahn investiert sieben Millionen Euro in neue Fahrkartenautomaten. 215 Geräte wurden bei dem Hersteller Almex aus Hannover bestellt. Der Probebetrieb solle Anfang April starten, kündigte der Vorstandsvorsitzende Henrik Falk am Donnerstag an. Danach werden an den U-Bahnhöfen und Bushaltestellen von Sommer an rund 200 Fahrkartenautomaten ersetzt. Der Austausch soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. 15 weitere werden in den Servicecentern der Hochbahn aufgestellt. Diese werden keine Bargeldfunktion mehr haben.

Neu ist bei allen Fahrkartenautomaten, dass „an diesen mit EC- und Kreditkarte bezahlt werden kann. Auch die HVV-Card kann an den Automaten eingesetzt werden, um Fahrkarten zu kaufen“, sagte Falk. Künftig können an den 200 neuen Geräten auch 50- und 100-Euro-Scheine eingesetzt werden und auch die Rückgabe kann in Scheinen erfolgen. Bislang war nur die Bezahlung mit Fünf-, Zehn- und 20-Euro-Scheinen möglich.

Das Display ist deutlich größer und dort wird auf einem interaktiven Stadtplan die Haltestelle angezeigt, an der sich der Fahrgast befindet: „Die Kunden können per Hand den Stadtplan bewegen und sich so mögliche Ziele in der Umgebung anzeigen lassen und die beste Verbindung dorthin. Aber natürlich kann das Ziel auch weiterhin eingegeben werden und dann werden die passende Fahrkarte und die Verbindung angezeigt“, erklärte Falk.

Modernes Design

Insgesamt hat die Hochbahn aktuell rund 400 Fahrkartenautomaten: „Wir bereiten demnächst eine Ausschreibung vor, um in den kommenden Jahren alle übrigen Geräte austauschen zu können“, sagte Falk. Für den Hochbahn-Chef ist wichtig: „Wir haben uns für ein Produkt mit einem zeitgemäßen modernen Design entschieden, das es so zumindest in deutschen Großstädten bislang nicht im ÖPNV gibt. Außerdem haben wir darauf geachtet, dass die Bedienung einfach ist und dass die Kunden mit wenigen Klicks zu der passenden Fahrkarte gelangen.“

Bislang sind es nur 15 Geräte, an denen die Bargeldzahlung nicht mehr möglich ist, doch das ist wohl nur der Anfang: „Wir werden natürlich auswerten, wie hoch der Anteil der Bargeldzahlung an den übrigen Automaten noch ist. Es ist durchaus möglich, dass wir bei der Bestellung der nächsten 200 Fahrkartenautomaten komplett auf diese Funktion verzichten“, so Falk.

An den Fahrkartenautomaten der Deutsche-Bahn-Tochter S-Bahn Hamburg, hier können auch Tickets für die Hochbahn gekauft werden, ist es seit 2017 möglich, mit der Kreditkarte zu bezahlen. Eine EC-Karten-Zahlung wird auch angeboten. Dass künftig die S-Bahn Hamburg auf die neuen Hochbahnautomaten setzt, ist nicht angedacht. Ein Sprecher sagte: „Die DB entwickelt die Ticketautomaten regelmäßig weiter und arbeitet aktuell an einer neuen Automatengeneration.“

Neubau des U-Bahnhofs Sternschanze geplant

Unterdessen sprach Henrik Falk am Donnerstag nicht nur über die neueste Generation der Fahrkartenautomaten, sondern auch über ein anderes Projekt. Dabei ging es um den seit Langem diskutierten Neubau des U-Bahnhofs Sternschanze. Hintergrund ist: Die Hochbahn hat bereits 74 ihrer 92 Stationen barrierefrei ausgebaut. Auch für die baulich schwierigen Haltestellen Jungfernstieg und Landungsbrücken wurden bereits Lösungen präsentiert, die umgesetzt werden sollen.

Doch die 1912 in Betrieb genommene Station Sternschanze stellt die Planer vor große Herausforderungen. Der barrierefreie Ausbau der mehr als 100 Jahre alten Haltestelle „sei kaum umsetzbar und extrem teuer. Außerdem hat der U-Bahnhof sehr niedrige Decken, ist auf die heutigen Fahrgastaufkommen nicht mehr ausgelegt und verfügt nur über einen Zugang“, sagte Falk. Deshalb sei ein Neubau der Station voraussichtlich die sinnvollste Lösung“, bestätigte der Hochbahn-Chef dem Abendblatt.

Allerdings hat die Stadt das letzte Wort. Auf Anfrage signalisierte Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof (SPD) Zustimmung: „Die Anzahl der Fahrgäste bei Bus und Bahn steigt kontinuierlich. Deshalb müssen die Schnellbahnstationen in Hamburg auch auf lange Sicht ausreichend Kapazitäten für die Fahrgäste bieten und sämtliche Sicherheitsaspekte erfüllen.“ Sollte sich in der Planung der Barrierefreiheit für die U-Bahn-Haltestelle Sternschanze herausstellen, dass dies etwa in Form von zwei Zugängen nicht möglich sei, stehe er einem Neubau offen gegenüber, sagte Rieckhof weiter.

Dass die Hochbahn sich einer großen Nachfrage erfreut, zeigen die aktuellen Zahlen. Im vergangenen Jahr habe das Verkehrsunternehmen mehr als 460 Millionen Fahrgäste verzeichnet, sagte Falk. 2018 waren es rund 455 Millionen Fahrgäste gewesen.

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