Hamburg

Trommelkünstler Tao mit stehenden Ovationen gefeiert

Das Ensemble von TAO

Das Ensemble von TAO

Foto: Oliver Fantitsch

Japanisches Ensemble Tao begeistert mit Mix aus Kampfkunst und Meditation – noch bis Sonntag auf Kampnagel.

Hamburg. Das Wort „Tao“ bedeutet „Weg“ oder auch „Straße“. Im Japanischen reicht dafür ein Schriftzeichen. Tradition und Moderne bei der Trommelmusik zu verbinden ist indes ein umfangreicheres Projekt. Die Gruppe Tao, vor mehr als 25 Jahren in der Präfektur Aichi gegründet, versucht das seit ihrem internationalen Durchbruch 2004 beim Fringe Festival im schottischen Edinburgh auch regelmäßig in Deutschland.

Stehende Ovationen

Und das Ensemble hat damit – im wahrsten Sinne – durchschlagenden Erfolg. Das zeigte einmal mehr die vom Publikum mit stehenden Ovationen gefeierte Premiere des neuen Programms „ Drum Heart“ auf Kampnagel. Der künstlerische Direktor Ikuo Fujitaka schickt seine 13 durchtrainierten Performer, darunter mit Saki Nakai und Shoko Sakaguchi zwei Frauen, auf eine Reise von der Edo-Zeit (1603–1868 ) bis in die Gegenwart. Und bei dieser Show stimmt fast alles. Die Tao-Truppe, in jüngerer Vergangenheit recht martialisch als „Samurai Of The Drums“ firmierend, gestaltet sie für westliche Augen und Ohren als abwechslungsreiche Mischung aus wilder Kampfkunst und musikalischer Meditation. Und die beiden Performerinnen bringen den Zuschauern und ihren elf Mitstreitern auf Bambus-Instrumenten nicht nur die Flötentöne bei, sie schlagen ebenso auf die im Durchmesser bis zu zwei Meter großen Taiko-Trommeln.

In ausgefeilten Choreografien

Dazu erklingen – von japanischen Harfen, Gitarren und kleinen Becken begleitet – immer wieder neue Rhythmen auf kleineren Trommeln. All das in ausgefeilten Choreografien (auch mit Stöcken) und in wechselnden Kostümen dargeboten. Selbst das Stück „Kabukijo“, in dem sechs der Performer in schwarzen Anzügen mit grün blinkenden Leuchtstreifen tanzend ein Licht aufgeht, fügt sich als faszinierend-komische Nummer in die Show. Und zwei Mitklatschteile vor und nach der Pause sind im Gegensatz zu manch anderer japanischer Trommelgruppe (Yamato) nicht lächerlich in die Länge gezogen. Viel Schönes fürs Trommel-Herz also.

Tao: „Drum Heart“ bis 13.1., je 19.30, Sa 12./So 13.1., auch 14.30, Kampnagel K6 (Bus 172/173), Jarrestr. 20–24, Karten ab 39,90 in der Abendblatt-Geschäftsstelle, Großer Burstah 18–32, T. 30 30 98 98; www.drum-tao.de