Neujahrs-Blog

Hamburger Stadtreinigung bewegt Tonnen und gibt Müll-Tipps

Hamburg am Neujahrsmorgen 2019: Mitarbeiter der Stadtreinigung bei den Aufräumarbeiten am Jungfernstieg.

Hamburg am Neujahrsmorgen 2019: Mitarbeiter der Stadtreinigung bei den Aufräumarbeiten am Jungfernstieg.

Foto: dpa

Böller trifft Sechsjährige im Gesicht. Landungsbrücken zeitweise gesperrt. Fußgänger stirbt. Besonderes Geschenk für Fegebank.

Hamburg. Das Jahr 2018 ist Geschichte, auf geht's in eine neue Runde! Das Hamburger Abendblatt wünscht seinen Leserinnen und Lesern alles Gute, Glück und Gesundheit und beginnt 2019 mit einem Neujahrs-Blog, um Sie über die Geschehnisse rund um Silvester auf dem Laufenden zu halten.

Hier geht es zu einer ersten Silvester-Bilanz

Neujahrsbaby kam in Barmbek zur Welt

Hamburgs Neujahrsbaby heißt Elena. Das kleine Mädchen wurde um 0.11 Uhr in der Asklepios Klinik Barmbek geboren und war damit eine Minute schneller als der 2019er Erstling am Marienkrankenhaus. Mehr zum Neujahrsbaby lesen Sie hier.

Drei Ex-HSVer haben Geburtstag

Apropos Neujahrsbabys: Heute haben gleich drei ehemalige Publikumslieblinge des HSV Geburtstag. Der jüngste von ihnen ist Paolo Guerrero (37 Tore in 134 Bundesligaspielen), der heute 35 Jahre alt wird. Mladen Petric (38 Tore in 99 Spielen) ist nun 38, während der derzeitige Bayern-Sportchef Hasan Salihamidzic (19 Treffer in 72 Spielen) seinen 42. Ehrentag begeht.

Erstes Geburtstagkind des aktuellen HSV-Kaders ist übrigens Fiete Arp. Das Sturmtalent wird am kommenden Sonntag 19 Jahre alt.

Neujahrsgrüße von Pierre-Michel Lasogga:

Sturm-Absagen auf Sylt und in Rostock

Was ist eigentlich mit dem Neujahrs-Wetter? Während Frühaufsteher noch mit milder und trockener Luft belohnt wurden, zog der Himmel über Hamburg gegen Mittag immer weiter zu, Regenschauer inklusive. Bis zu 7 Grad Celsius sollen es heute in der Spitze werden, gleiches gilt für die kommenden beiden Tage.

Richtig stürmisch zu geht es indes auf den deutschen Inseln und an den Küsten. Wegen Orkanböen mussten das Neujahrsbaden in Kühlungsborn und auf Sylt sogar abgesagt werden. Auch das Turmleuchten in Rostock-Warnemünde konnte nicht stattfinden. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie warnt vor einer Sturmflut an der Ostseeküste.

Schuld ist das Orkantief "Zeetje", das von Nordskandinavien heranzieht und auf das Hoch "Ignatius" trifft. Dadurch entsteht starker Nordwestwind. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet damit, dass der Wind im Laufe des Dienstags zunimmt und am Nachmittag einen ersten Höhepunkt erreichen wird. Ein zweiter Höhepunkt wird in der Nacht zu Mittwoch erwartet.

"Zeetje" soll schließlich über das Baltikum nach Russland abziehen. Im Norden bringt es am Mittwoch kühles, freundliches Wetter. In den kommenden Tagen müssen Autofahrer mit Glätte und Frost rechnen, sofern Schauer von Nord- und Ostsee heranziehen.

Bobbycars für Katharina Fegebank

Zum traditionellen Neujahrsempfang im Hamburger Rathaus hat Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) rund 700 Besucher begrüßt. Unter den Gästen waren mehrere Trachtengruppen aus Bergedorf, außerdem die beiden Hamburger Originale Zitronenjette und der Hummel.

Der Empfang begann mit einem Konzert des Polizeiorchesters vor dem Rathausportal. Danach nahm der Bürgermeister traditionell zunächst die Glückwünsche der Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, Carola Veit, im Turmsaal entgegen. Anschließend folgten Bürger und Gäste der Stadt, die sich zuvor im Phönixsaal in die Gästelisten eintragen konnten.

Eine Bürgerin hatte eine Platte mit Berlinern gebracht, ein Ehepaar aus Niendorf ein Glas selbst gemachter Marmelade. CDU-Fraktionschef André Trepoll überreichte dem Bürgermeister zwei Bobbycars in Form von Rennwagen für die Zweite Bürgermeisterin, Katharina Fegebank (Grüne), die Mitte November Mutter von Zwillingen wurde.

Die Tradition des Neujahrsempfangs, an dem zunächst nur Diplomaten und ausgewählte Standespersonen teilnehmen durften, reicht zurück bis ins 18. Jahrhundert. Seit 1926 werden auch die Bürger der Stadt sowie Gäste aus dem In- und Ausland ins Rathaus eingeladen.

Lesen Sie hier mehr zum Neujahrsempfang des Hamburger Senats.

15 Tonnen Silvestermüll müssen weg

An den neuralgischen Punkten wie Reeperbahn, Fischmarkt oder rund um die Alster hat schon um 2.30 Uhr das große Reinemachen begonnen. Seit der Nacht sind bis zu 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtreinigung Hamburg (SRH) mit rund zehn Kehrmaschinen und 15 Kleinlastern im Einsatz, um Silvestermüll von Gehwegen und Fahrbahnen sowie aus Parks zu entfernen.

Insgesamt rechnet die SRH wie im vergangenen Jahr mit rund 15 Tonnen Glasscherben, Flaschen, Kartonagen und Böllermüll. Die Arbeiten werden sich voraussichtlich bis in den Nachmittag ziehen. Alle öffentlichen Orte, die heute nicht geschafft werden, werden in den kommenden Tagen im Zuge der regelmäßigen Reinigung gesäubert. Übrigens: Um Gehwege, für die keine Reinigungsgebühr gezahlt wird, müssen sich Anlieger selbst kümmern – auch, wenn sie für den dortigen Feuerwerksmüll nicht verantwortlich waren.

Flaschen, Glasscherben und Reste der Feuerwerksbatterien sind besonders auf Fahrbahnen eine ernsthafte Gefahr. Fährt ein Fahrzeug über leere Flaschen, können sie zu Geschossen werden und Passanten verletzen. Zudem verstopfen die Feuerwerksbatterien und Flaschen die Saugschläuche der Kehrmaschinen.

Aufgrund von Gefahren für Verkehrsteilnehmer bittet die Stadtreinigung dringend darum, Flaschen und massive Blöcke abgebrannter Feuerwerks-Batterien nach Benutzung zu entfernen und über die Sammelsysteme zu entsorgen. Flaschen und Glasscherben sollten in die Glascontainer geworfen werden, Feuerwerksreste wie angefeuchtete "Blindgänger" sind Fälle für die schwarze Restmülltonne.

Weniger Polizei-Einsätze als im Vorjahr

Das klingt doch erst einmal vergleichsweise gut: Die Hamburger Polizei ist in der Neujahrsnacht zu "nur" 1228 Einsätzen ausgerückt und damit rund 400 Mal weniger als im Vorjahr. Die Einsatzgründe waren laut eines Polizeisprechers sehr unterschiedlich: Schlägereien, Feuer, Sachbeschädigungen. Zehntausende Menschen feierten in der Innenstadt und in St. Pauli, um das neue Jahr zu begrüßen.

An der Binnenalster rund um den Jungfernstieg schätzte die Polizei die Anzahl der feiernden Menschen auf rund 10.000. Ebensoviele hielten sich an den Landungsbrücken auf. Dort mussten die Ponton-Anlagen wegen des großen Andrangs ab 23.15 Uhr zeitweilig gesperrt werden. Eine Viertelstunde später wurden dort auch die S- und U-Bahnen gestoppt.

Auf dem Kiez hielten sich nach Angaben der Polizei in der Spitze etwa 50.000 Silvester-Besucher auf. Dort wurde der Zugang zur Großen Freiheit kontrolliert und vereinzelt Personen überprüft. Dadurch konnte laut Polizei die Gefahr drohender Straftaten weitgehend unterbunden werden.

Neun Anzeigen wegen Sexualdelikten

Dennoch wurden in den Bereichen Binnenalster, Landungsbrücken und St. Pauli insgesamt 118 Strafanzeigen gestellt, darunter neun "wegen Beleidigung auf sexueller Basis" (Stand 13 Uhr). Zum Vergleich: In der folgenschweren Silvesternacht von 2016 auf 2017 waren in Hamburg am Ende mehr als 200 Fälle sexueller Nötigung zur Anzeige gebracht worden.

Insgesamt wurden 321 Personen überprüft, 223 von ihnen erhielten Platzverweise. 36 Verdächtige wurden in Gewahrsam genommen, von denen 20 zuvor vorläufig festgenommen worden waren. Die Polizei meldete zahlreiche größere Gruppen jüngerer Männer, die immer wieder Pyrotechnik unsachgemäß einsetzten. Auch Schreckschusspistolen wurden in diesem Jahr vermehrt registriert, vor allem an der Binnenalster.

Böller trifft Sechsjährige im Gesicht

Während an der Binnenalster zwei Polizisten mit Raketen beschossen wurden und ein sechs Jahre altes Mädchen von einem unsachgemäß gezündeten Feuerwerkskörper im Gesicht verletzt wurde (es kam im Beisein der Eltern in ein Krankenhaus), kam es auch in Schnelsen zum Einsatz einer Schreckschusspistole.

Dort wurde aus einer kleinen Gruppe heraus auf einen Streifenwagen gezielt. Das Polizeiauto war um kurz vor 2 Uhr im Graf-Johann-Weg im Einsatz, da dort bis zu vierzig Personen zwei Müllcontainer auf die Straße geschoben und angezündet hatten. Bereits bei den Löscharbeiten wurden Feuerwehr und Polizei mit Pyrotechnik beworfen.

Illegaler Böller verletzt Frau schwer

Schwer verletzt wurde eine Frau an Silvester an der Silbersackstraße auf St. Pauli. Das Opfer wurde um 0.49 Uhr durch einen illegalen Feuerwerkskörper so schwer an Kopf und Beinen getroffen, dass es von einem Notarzt behandelt werden musste.

Ebenfalls auf St. Pauli hat ein Unbekannter mit einer Waffe auf den Fensterrahmen eines Wohnhauses an der Trommelstraße geschossen. Der Täter konnte unerkannt fliehen. Verletzt wurde in diesem Fall niemand.

Polizei stürmt Bar nach Angriff auf Feuerwehr

Das ist ebenfalls ein böser Ausreißer in der Silvesternacht: Um kurz vor 2.30 Uhr sind am Barmbeker Markt Feuerwehrleute im Einsatz angegriffen worden. Die acht Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Tonndorf waren auf dem Rückweg von einem Einsatz, als sie auf dem Gehweg eine offensichtlich schwer verletzte Person liegen sahen.

Sie wollten das Opfer erstversorgen, doch von einer Gruppe aufgebrachter Personen wurden sie mit geworfenen Gegenständen und Beleidigungen daran gehindert. Erst die herbeigerufene Polizei konnte die Lage soweit beruhigen, dass die Rettungskräfte den durch einen Messerstich im Schulterbereich verletzten Mann versorgen und in ein Krankenhaus transportieren konnten.

Die mutmaßlichen Täter sollten derweil in eine nahegelegene Shisha-Bar geflüchtet sein. Die Polizisten stürmten das Lokal mit Maschinenpistolen und kontrollierten alle anwesenden Gäste. Die Feststellung der Personalien sei aber ergebnislos geblieben, wie eine Sprecherin am Dienstagmittag sagte.

"Die Polizei war zum Glück sehr schnell vor Ort", sagte Feuerwehrsprecher Martin Schneider. Für viele Kollegen sei es inzwischen bereits der Normalzustand, bei einem Einsatz von Dritten angegangen zu werden. Zur Anzeige gebracht würden solche Vorfälle in der Regel aber nur, wenn körperliche Gewalt im Spiel sei. Für alles andere sei der Aufwand schlicht zu hoch.

Feuerwehr muss mehr als 300 Brände löschen

Die Feuerwehr fuhr zwischen gestern 18 Uhr und heute morgen 6 Uhr zu 335 Bränden. 245 davon waren kleine Brände, zum Beispiel von Mülleimern und Papiercontainern. Achtmal mussten die Beamten technische Hilfe leisten und 809-mal mit dem Rettungswagen ausrücken. Pro Stunde fuhr die Feuerwehr rund 96 Einsätze. Rund 268 Feuer und 64 Notfalleinsätze standen im Zusammenhang mit der Verwendung von Silvester-Feuerwerk.

Insgesamt wurden 200 Einsätze mehr gefahren als im Vorjahr. "Wir sind sicher an der Grenze, aber durch unser vergrößertes Team haben wir alles gut bewältigt", sagte Sprecher Martin Schneider am Neujahrsmorgen. In diesem Jahr hatte die Berufsfeuerwehr ihre Mannschaft um 100 auf insgesamt 511 Einsatzkräfte und Beamte aufgestockt. Hinzu kam die Unterstützung durch ehrenamtliche Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren.

Fußgänger von Auto tödlich erfasst

In der Wilhelmsburger Schlenzigstraße ist in der Silvesternacht gegen 4 Uhr ein Fußgänger von einem Auto überfahren worden. Der 38-Jährige starb noch am Unfallort, wie die Polizei mitteilte. Der Audi Q5 habe ihn erfasst, als der alkoholisierte Fußgänger die Straße unvermittelt überqueren wollte. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war der 20 Jahre alte Autofahrer in Richtung Harburger Chaussee zu schnell unterwegs gewesen.

17-Jähriger stürzt aus dem 5. Stock

An der Holstenstraße in Altona ist um 3.55 Uhr ein 17-Jähriger aus dem 5. Stock eines Hochhauses in die Tiefe gestürzt. Der wohl angetrunkene Jugendliche landete auf einem Vordach. "Er hatte wohl Glück im Unglück", sagte Feuerwehrsprecher Martin Schneider. Dennoch wurde der Heranwachsende verletzt und zur Behandlung ins UKE gebracht.

Massenschlägerei in der Innenstadt

Gegen 3:20 Uhr wurden Polizei, mehrere Rettungswagen und ein Notarzt zum Gerhart-Hauptmann-Platz in der Innenstadt gerufen. Dort sollte es eine größere Schlägerei mit mehreren Verletzten gegeben haben. Beim Eintreffen der Polizei waren die Täter bereits geflüchtet. Die Rettungskfräfte kümmerten sich um einen Mann, der verletzt wurde. Polizisten befragten seine Freunde.

Rekord bei Hamburger Silvesterlauf

Miguel Daberkow von der TSG Bergedorf hat die 35. Auflage des Hamburger Silvesterlaufes "Rund um die Teichwiesen" gewonnen. Am letzten Tag des Jahres 2018 siegte er nach 10,4 Kilometern in der Zeit von 37:39 Minuten vor Peter Buchleitner (Tide Runners Hamburg), der 38:54 Minuten benötigte. Schnellste Frau war Sonja Beerbaum (Hamburg) in 45:45 Minuten vor Ulrike Penz (Tide Runners Hamburg/45:53).

1419 gemeldete Teilnehmer hatten für ein Rekordergebnis bei dem traditionellen Jahresabschlusslauf gesorgt. Viele waren verkleidet auf den Distanzen von einer Runde (2600 Meter) bis vier Runden unterwegs gewesen. Eine Familie hatte sich als Astronauten-Team auf die Strecke gewagt. Andere Hobbyläufer hatten sich als Hasen, Sträflinge, Weihnachtsmänner, Piraten, Wikinger, Pastoren, Handwerker oder US-Präsident Donald Trump verkleidet. Wie schon in den Jahren zuvor erhielten auch die am besten kostümierten Sportler einen Preis.

Auch nach Silvester weihnachtet es noch

Wem nach dem Feuerwerk wieder oder immer noch der Sinn nach Weihnachten steht, der könnte am Wandsbeker Marktplatz fündig werden. Dort steht mit dem "Wandsbeker Winterzauber" bis Sonntag noch immer Hamburgs längster Weihnachtsmarkt. Ebenfalls bis zum 6. Januar geöffnet: Die 400 Quadratmeter große "Like-Ice-Bahn", auf der Groß und Klein ihre Eislaufkünste unter Beweis stellen können.