Hamburg

Immer mehr Hunde und immer mehr Hinterlassenschaften

In Hamburg ist
die Zahl der Hunde
in den vergangenen
Jahren stetig
gestiegen

In Hamburg ist die Zahl der Hunde in den vergangenen Jahren stetig gestiegen

Foto: picture alliance

Neuer Rekord: Stadtreinigung gab bis Ende Oktober schon mehr als 32 Millionen Gassibeutel aus. Kaum Strafen bei Verstößen.

Hamburg. Eine wachsende Stadt führt nicht nur zu mehr Jobs, mehr Kultur und mehr Verkehr – sondern auch zu mehr Hundekot. Dieses bisher nur wenig beachtete Gesetz der Stadtentwicklung gilt offenbar auch für Hamburg, wie die CDU jetzt mittels einer Kleinen Anfrage an den Senat in Erfahrung brachte. Laut Antwort der rot-grünen Stadtregierung ist in der Hansestadt in den vergangenen Jahren nicht nur die Zahl der menschlichen Bewohner stetig gestiegen, sondern auch die der hier lebenden Hunde – mit allen vor allem für Fußgänger bisweilen unangenehmen Begleiterscheinungen.

„Die ‘Wildkackerei’ auf Hamburgs Straßen, Gehwegen und in den Parks ist seit Jahrzehnten ein leidiges Problem und für viele Bürger ein großes Ärgernis“, schreibt CDU-Umweltpolitiker Stephan Gamm in seiner Anfrage. Seit der Senat eine „Kotbeseitigungspflicht“ eingeführt habe, stünden nun „verstärkt Hundekottütchen auf den Gehwegen“.

Die meisten Hundehalter räumen auf

Nach Senatsangaben gibt es mittlerweile 50.563 Hundehalter in Hamburg. Da viele davon mehr als einen Hund besitzen, sind laut einer Angabe aus dem Frühjahr rund 80.000 Hunde in der Stadt registriert. Da allerdings nicht alle Tiere offiziell angemeldet werden, dürfte die Zahl der in der Stadt lebenden Hunde noch höher liegen.

Immerhin deuten die Zahlen des Senats darauf hin, dass die meisten Hundehalter hinter ihren Tieren aufräumen. So wurden von der Stadtreinigung in diesem Jahr bis Oktober bereits 31.840.000 schwarze Hundekotbeutel ausgegeben. Das ist neuer Rekord. Zum Vergleich: 2011 brachten die städtischen Müllwerker gerade einmal 22.094.059 Gassibeutel unter das Volk der Hamburger Herrchen und Frauchen.

Nur fünf Geldbußen wurden verhängt

Entsprechend sind natürlich auch die Kosten gestiegen. Bis Oktober gab die Stadtreinigung in diesem Jahr bereits mehr als 148.000 Euro für die Kotbeutel aus, 2011 waren es im Gesamtjahr nur etwas mehr als 108.000 Euro . Allerdings scheint die Stadt bisher kaum gegen Hundehalter vorzugehen, die sich nicht an Paragraf 20 des Hamburger Hundegesetzes halten, wonach sie verpflichtet sind, „den Kot des Hundes aufzunehmen und ordnungsgemäß zu entsorgen, soweit dies im Einzelfall möglich und angemessen ist“. Gerade einmal fünf Geldbußen von durchschnittlich 43 Euro haben die „Waste Watcher“ der Stadtreinigung in diesem Jahr bis Ende November verhängt.

Über das genaue Ausmaß des Problems gibt es übrigens bisher keine abschließende Klarheit. Auf die Frage der CDU nach dem jährlichen Exkrement-Anfall, antwortete der Senat, es gebe für Hundekot in Hamburg „keine gesonderte Mengenerfassung“.