Polizei

Mord in Rissen: 74-jähriger Verdächtiger verhaftet

Eine 91-Jährige war 2017 tot in Rissen gefunden worden. Jetzt geht die Polizei von Mord aus. Mann aus Blankenese in Haft.

Hamburg.  Als im September 2017 eine Seniorin leblos in ihrer Wohnung in Rissen gefunden wurde, war noch von einer natürlichen Todesursache die Rede. Doch inzwischen ermittelt die Polizei nach eigenen Angaben wegen Mordes und hat am Mittwoch einen 74-Jährigen verhaftet.

Der Mann steht im Verdacht, die 91-jährige Frau ermordet zu haben. Im September 2017 war die Seniorin in ihrer Wohnung in der Rissener Landstraße gefunden worden. Ein damals 73-jähriger Deutscher, der als ihr Betreuer fungierte, berichtete, die Frau leblos aufgefunden zu haben. Zunächst war von einer natürlichen Todesursache ausgegangen worden, eine Sektion durch das Institut für Rechtsmedizin ergab allerdings Anzeichen auf eine äußere Gewalteinwirkung.

Betreuer wurde verdächtigt

Der Betreuer geriet in den Fokus der Mordkommission. Er war, ohne mit ihr verwandt zu sein, Erbberechtigter und verstrickte sich hinsichtlich der Situation, in der er die Frau aufgefunden hatte, in Widersprüche. Die weiteren, sehr umfangreichen Ermittlungen führten letztlich dazu, dass der Tatverdacht gegen ihn erhärtet werden konnte.

Die Ermittler gehen davon aus, dass er die Tat aus finanziellen Motiven beging. Aufgrund der Ermittlungsergebnisse erwirkte die Staatsanwaltschaft Hamburg sowohl einen Durchsuchungsbeschluss als auch einen Haftbefehl.

Wohnung durchsucht

Die Ermittler durchsuchten unter anderem die Wohnung des heute 74-jährigen Tatverdächtigen in Hamburg-Blankenese und verhafteten ihn dort. Hierbei stellten sie Beweismittel sicher, unter anderem schriftliche Unterlagen und IT-Geräte. Darüber hinaus fanden sie bei ihm als gestohlen gemeldete Kennzeichen, mit denen er, ohne im Besitz eines Führerscheins gewesen zu sein, offenbar einen Pkw gefahren war, dessen Betriebserlaubnis erloschen war und für den kein Versicherungsschutz bestand.

Mann in Untersuchungshaft

Zudem hatte die Staatsanwaltschaft zum Zwecke der späteren Vermögensabschöpfung bereits einen Kontopfändungsbeschluss über eine sechsstellige Summe erwirkt. Der Tatverdächtige sitzt nun in Untersuchungshaft. Die weiteren Ermittlungen dauern an.