U-Bahn

Hamburgs schönste Endstation ist eröffnet

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Die Hochbahn hat die neue U-4-Haltestelle Elbbrücken in Betrieb genommen – bis Sonntag fährt man dorthin kostenlos.

Hamburg.  Rund zwei Minuten dauert die Fahrt von der HafenCity Universität aus durch den neuen Tunnel. Viel zu sehen gibt es anfangs nicht, doch dann wird es hell, und es geht auf den Schienen in einem weiten Bogen ein gutes Stück bergauf. Unter einer riesigen Stahl-und-Glas-Konstruktion kommt der Zug oberirdisch zum Stehen, und die Türen öffnen sich. Nur ein paar Meter bis zum Ende des Bahnsteigs und der Besucher guckt auf HafenCity und Elbe. Einen schönen Ausblick gibt es hier – viel mehr bisher aber auch nicht.

Fünf Jahre wurde gebaut, nun ist es endlich so weit: Die neue U-Bahn-Station Elbbrücken der Linie U 4 wurde am Donnerstag feierlich eingeweiht. Am Nachmittag eröffnete Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) das 1,3 Kilometer lange Teilstück mitsamt der neuen Haltestelle. Von heute an können auch alle Fahrgäste von der Station HafenCity Universität noch ein Stück weiter Richtung Süden, bis zur neuen Endstation Elbbrücken fahren.

Fahrt zu den Elbbrücken ist bis Sonntagabend gratis

„Die HafenCity wird nun auch im Osten an das Schnellbahnsystem angeschlossen“, sagte Tschentscher. Die neue Haltestelle Elbbrücken werde S-Bahn-Fahrgästen aus dem Süden künftig eine attraktive Umsteigemöglichkeit auf die U-Bahn in Richtung HafenCity, Innenstadt und Hamburger Osten bieten. Dadurch werde auch der Hauptbahnhof entlastet, so Tschentscher.

Bis zum Sonntagabend (Betriebsschluss) ist die Fahrt vom Jungfernstieg durch die HafenCity bis zu den Elbbrücken sogar gratis. Bis dahin wird eine aufwendig inszenierte Lichtshow die neue Haltestelle abends in Szene setzen. Nach den ersten drei Tagen verschwinden die bunten Lichter, die Station wird nachts weiß beleuchtet. „Wir wollen die Hamburger hierherlocken“, sagt Jens-Günter Lang, Technikvorstand bei der Hochbahn. Es sei ein toller Ort, um sich umzusehen. Viel mehr gibt es hier auch noch nicht zu tun. Bis auf Weiteres ist die Station mehr ein Ausflugsziel. Denn der zukünftige Verkehrsknotenpunkt erinnert derzeit eher an eine Sackgasse.

Die S-Bahn-Station ist weit entfernt von einer Eröffnung

Bei der angrenzenden S-Bahn-Station, an der die Linien S 3 und S 31 halten sollen, ist bisher kaum zu erkennen, wie sie einmal aussehen soll. Der Bau verzögert sich. „Das ist schade, wir hatten auf eine gemeinsame Eröffnung gehofft“, sagt Jens-Günter Lang.

Fertig ist dafür schon der „Skywalk“: eine 65 Meter lange Fußgängerverbindung zwischen den beiden Stationen. Öffentlich begehbar ist er aber noch nicht. Nur die halbrunde Aussichtsplattform am Ende des U-Bahnsteigs ist schon geöffnet. Die ist so gebaut, dass sie abgenommen werden kann, für den Fall, dass die Strecke über die Elbe nach Süden weitergebaut wird. „Die Voraussetzungen für eine Verlängerung auf den Kleinen Grasbrook sind geschaffen“, sagt Lang. Wann das passieren werde, sei aber noch unklar.

1200 Glasscheiben schützen vor Hamburger Schmuddelwetter

Die barrierefreie U-Bahn-Haltestelle hat vier Zugänge, zwei Aufzüge, fünf Fahrtreppen und bald auch einen Kiosk. Die Dachkonstruktion mit dem Profil eines Korbbogens ist 136 Meter lang und 32 Meter breit. Sie besteht aus einem sich kreuzenden bogenförmigen Stahlrahmen und ist nach innen mit 1200 Glasscheiben abgehängt. Die außen liegende Stahlkonstruktion mit ihren weiten Schwüngen soll mit der daneben liegenden Freihafenelbbrücke harmonieren und ein städtebauliches Ensemble bilden.

„Die Brückenbaukunst des 20. Jahrhunderts wird zusammen mit der Stahlbaukunst des 21. Jahrhunderts für den neuen Bahnhof über der Zweibrückenstraße zu einem Charakteristikum für alle, die nach Hamburg rein- und rausfahren“, sagt der an der Planung beteiligte Architekt Volkwin Marg.

Bau der U-Bahn-Strecke war deutlich günstiger als geplant

Ungewöhnlich für ein Bauvorhaben dieser Größe: Der neue Streckenabschnitt und die U-Bahn-Station sind planmäßig fertig geworden, und das sogar günstiger als erwartet. „Besonders beim Tunnelbau konnten wir Kosten einsparen“, sagt Lang. Statt der ursprünglich für den U-4-Weiterbau veranschlagten 178 Millionen Euro habe der Bau letztenendes nur 145 Millionen Euro gekostet. Das habe hauptsächlich damit zu tun, dass keine unvorhergesehenen Probleme aufgetreten sind und dadurch auch die Reservemittel nicht angefasst werden mussten. 40 Prozent der Kosten habe der Bund übernommen.

Während die neue Haltestelle im Osten der HafenCity nun eröffnet ist, laufen die Planungen für eine Verlängerung am anderen Ende der U-4-Strecke auf Hochtouren. Von der U-2- und U-4-Haltestelle Horner Rennbahn aus soll die U 4 ausgefädelt werden, um künftig über die Haltestellen Stoltenstraße und Dannerallee die Horner Geest mit mehr als 13.000 Einwohnern an das Schnellbahnnetz anzubinden. Momentan läuft dafür das Planfeststellungsverfahren. Laut Hochbahn soll der Bau Ende 2019 starten und Mitte des kommenden Jahrzehnts abgeschlossen sein.