Hamburg

Weitere Kostenexplosion beim Bau des S-Bahnhofs Elbbrücken

Eine Zug der Linie S3 durchfährt die Baustelle des künftigen S-Bahnhofs Elbbrücken.

Eine Zug der Linie S3 durchfährt die Baustelle des künftigen S-Bahnhofs Elbbrücken.

Foto: Daniel Bockwoldt / picture alliance/dpa

Die Kostenkalkulation muss erneut nach oben korrigiert werden. Eröffnungstermin steht immer noch nicht fest. CDU übt scharfe Kritik.

Hamburg.  Der Bau des S-Bahnhofs Elbbrücken entwickelt sich immer mehr zu einem Desaster für die Stadt und die Deutsche Bahn (DB). Es steht nach wie vor kein exakter Eröffnungstermin fest. Es ist lediglich von Ende 2019 die Rede, eigentlich sollte die Station parallel mit der am Donnerstag eingeweihten U-Bahn-Haltestelle Elbbrücken in Betrieb genommen werden.

Aber es gibt noch ein massives Problem: Die Kosten für den Bau des S-Bahnhofs sind nach Abendblatt-Informationen weiter explodiert. Inzwischen sind es rund 69 Millionen Euro. Das bestätigte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis auf Anfrage.

Es wird mit Mehrkosten von 25,7 Millionen Euro kalkuliert

Bereits im Juni dieses Jahres hatte das Abendblatt aufgedeckt, dass die Kosten um 13,6 Millionen auf 56,9 Millionen Euro gestiegen waren. Ursprünglich waren 43,3 Millionen Euro veranschlagt. Das heißt, inzwischen wird mit Mehrkosten von 25,7 Millionen Euro kalkuliert. Die Stadt Hamburg bezahlt den Bau des S-Bahnhofs aus Bundesmitteln.

CDU-Verkehrsexperte Dennis Thering übt scharfe Kritik: „Eine erneute Kostensteigerung um jetzt insgesamt fast 26 Millionen Euro beziehungsweise rund 60 Prozent ist eine schwere Hypothek für unsere Stadt. Anstatt kostenstabiles Bauen, wie von der SPD versprochen, erleben wir an den Elbbrücken nun kostenfragiles Bauen." Er erwarte, dass der Senat dem Parlament unverzüglich und umfassend erkläre, wie es zu dieser extremen Kostenexplosion kommen konnte, so Thering weiter.

„Schwierige Bodenverhältnisse“ Grund für Kostenexplosion

Auch die zuständige Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation ist wenig begeistert: „Die neuen Angaben der DB zu den Kosten werden derzeit bei der Stadt geprüft. Die Entwicklung wird als kritisch eingeschätzt“, sagte Sprecherin Susanne Meinecke.

Die „schwierigen Bodenverhältnisse“ hatte die DB bereits als Grund für die Verzögerungen beim Bau genannt. Diese seien auch mit ausschlaggebend für die Kostensteigerung, sagte Sprecher Meyer-Lovis dem Abendblatt. Weitere zusätzliche Kosten hätten sich im Bereich der Leit- und Sicherheitstechnik herausgestellt. Ein wesentlicher Grund für die Kostensteigerungen sei aber auch die allgemeine deutschlandweite Marktlage. So mussten laut Meyer-Lovis beispielsweise die Bauleistungen für die Errichtung des Dachs der neuen Station zu deutlich höheren Preisen eingekauft werden.

Bund der Steuerzahler kritisiert Planung

Harte Kritik kommt vom Bund der Steuerzahler Hamburg. „Es ist nur schwer nachvollziehbar, dass nun innerhalb weniger Monate die nächste Kostensteigerung um einen zweistelligen Millionenbetrag bekannt wird. Das spricht nicht für eine gründliche Planung und die Mehrkosten müssen nun die Steuerzahler tragen. Das ist ärgerlich“, sagte der Vorsitzende Lorenz Palte.