Hamburg

Ende der Kurzzüge, mehr Metro-Busse: Das ändert der HVV

Eine U-Bahn der Linie U4 fährt in Bahnhof Hafencity-Universität ein. Bald kommen die Elbbrücken dazu

Eine U-Bahn der Linie U4 fährt in Bahnhof Hafencity-Universität ein. Bald kommen die Elbbrücken dazu

Foto: dpa

Neuer Fahrplan tritt im Dezember in Kraft. Angebot wird erweitert. Der große Überblick für U-, S-Bahn und Bus. Preise steigen.

Hamburg. Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) will seinen Fahrgästen zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember ein deutlich besseres Angebot machen: U-Bahnen fahren demnächst im 2 1/2-Minuten-Takt, es gibt eine neue U-Bahn-Haltestelle. Bei U- und S-Bahnen und zahlreichen Buslinien werden größere Fahrzeuge einsetzt. Das Angebot wird durch drei neue Metrobuslinien und neue Linienwege zusätzlich verbessert.

"Die diesjährige Angebotsausweitung ist die umfangreichste sei vielen Jahren", sagt HVV-Geschäftsführer Dietrich Hartmann. "Die Verkehrsunternehmen im HVV bieten viele zusätzliche Fahrten und Taktverdichtungen im gesamten Netz." Angesichts ständig steigender Fahrgastzahlen sei diese Angebotsausweitung ein wichtiger Schritt in die Zukunft.

Die mobile Zukunft hat allerdings einen Preis: Vom 1. Januar an kosten die Einzel- und Tageskarten 2,1 Prozent mehr als bisher. Die Preise für Vollzeit-Karten und Profi-Tickets steigen zum Jahresbeginn um 1,7 Prozent.

Jetzt auch die Elbbrücken

Linie U4: Nach fünf Jahren Bauzeit wird die U4 erstmals am 9. Dezember an den Elbbrücken einfahren. Damit gibt es eine Verlängerung zwischen der Haltestelle Hafencity Universität und den Elbbrücken. Tagsüber und abends fahren 80-Meter-Züge statt 60-Meter Züge (30 Prozent mehr Kapazität).

Linie U3 (Barmbek-Ring-Wandsbek-Gartenstadt): Die Züge verkehren im 3 1/3-Minuten Takt (3 Züge in 10 Minuten) im Berufsverkehr zwischen 7 und 9 Uhr auf dem kompletten Ring. Auf besonders stark frequentierten Strecken fahren die Züge in Spitzenzeiten im 2 1/2-Minuten-Takt. Tagsüber und abends (auf der U3 fahren kürzere Züge als auf U1 und U2 aufgrund der historisch kürzeren Bahnsteige) fahren keine Kurzzüge mehr sondern Vollzüge.

Linie U1 (Norderstedt-Mitte-Ohlstedt/Großhansdorf): Auf dieser Linie fahren die Züge im 3 1/3-Minuten Takt (3 Züge in 10 Minuten) im Berufsverkehr und im 2 1/2-Minuten-Takt in Spitzenzeiten auf besonders frequentierten Strecken. Im Berufsverkehr kommen zudem Verstärkerzüge zwischen Ohlsdorf und Farmsen zum Einsatz (statt vier sind es acht Wagen). Sonnabends fahren die Züge im 5-Minuten-Takt bis Farmsen statt nur bis Wandsbek Markt.

Linie U2 (Niendorf-Mümmelmannsberg). Die Kapazität der Wagen verdoppelt sich vom 9. Dezember an zwischen Niendorf Markt und Billstedt auf acht. Tagsüber und abends fahren Vollzüge statt Kurzzüge.

S-Bahn-Verkehr

Im Berufsverkehr sind größtenteils Langzüge (Platz für bis zu 1.500 Fahrgäste) auf der S3 zwischen Elbgaustraße und Neugraben und Vollzüge (bis zu 1.000 Fahrgäste) auf der S2 und S11 geplant.

Linie S1 (Wedel-Hamburg-Airport/Poppenbüttel): Bei der Hamburger S-Bahn werden ebenfalls die lange erhofften Kapazitätserweiterungen Realität. Bei der Linie S1 zum Beispiel kommen 6-Wagen-Züge in den Randstunden, am Wochenende sowie im Nachtverkehr zum Einsatz.

Linie S2 (Altona-Jungfernstieg-Bergedorf): Auf dieser Strecke kommt es zur Ausweitung der Betriebszeiten in den Hauptverkehrszeiten montags bis freitags um eine Stunde. Das heißt, die Züge fahren morgens und abends bis 9 Uhr beziehungsweise 18.30 Uhr.

S3, S21 und S31: Bei der stark frequentierten S-Bahn-Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Harburg-Rathaus bietet der HVV künftig bis 21 Uhr einen 5-Minuten-Takt. Außerdem rollen mehr S-Bahnen nach Buxtehude und Stade sowie zwischen Aumühle und Bergedorf (Linie 21).

Linie S11: Die Linie S11 startet im Berufsverkehr jeweils 10 Minuten früher

Busverkehr

Einsatz von 90 (davon 52 zusätzlich beschafften) Großraumbussen (21 Meter) statt Standardbussen (18 Meter). Das ergibt eine Kapazitätssteigerung bis zu 20 Prozent auf den Metrobuslinien 5, 6, 7, 13.

ExpressBus als schnelle Querverbindung

Expressbus E30 zwischen Bergedorf und Harburg: Um die S-Bahn-Strecke zu entlasten, wird die Expressbuslinie E30 zwischen den S-Bahnhöfen Harburg-Rathaus und Bergedorf neu in Betrieb genommen.
Geplant sind bis zu zwei Fahrten in der Stunde. Damit entfällt der „Umweg“ per S-Bahn über den Hauptbahnhof; die Fahrzeit wird verkürzt und der stark belastete Hauptbahnhof wird zudem entlastet.

Taktverdichtung auf Metrobuslinien

Derweil wird das zuschlagpflichtige Schnellbusnetz verkleinert und durch neue Stadtbus- und Metrobuslinien ersetzt. So wird die Schnellbuslinie 39 zwischen Teufelsbrück und Wandsbek gestrichen.

Die Metrobuslinie 7 fährt in der Woche in der Hauptverkehrszeit zukünftig durchgängig im 5-Minuten-Takt. Auf der Metrobuslinie 13 wird der 5-Minuten-Takt montags bis sonnabends am Abend deutlich verlängert.

Neu ist die Metrobuslinie 11 zwischen Wandsbek und Rahlstedt. Sie ersetzt die Stadtbuslinien 162 und 262. Mehr noch: Busfahrten durch das Blankeneser Treppenviertel mit der "Bergziege" sind künftig zuschlagsfrei. Die Schnellbusse werden dort durch Stadtbuslinien ersetzt.

Die neue Metrobuslinie 17 mit Gelenkbussen fährt künftig von Berne (U1) über Bramfeld und Barmbek Nord in die Innenstadt bis zur U Feldstraße (U3) und entlastet dabei die Metrobuslinie 6. Diese wird nicht mehr geteilt, sondern fährt einen eindeutigen Weg zwischen Borgweg und der HafenCity.

Die neue Metrobuslinie 28 fährt künftig von Wandsbek Markt (U1) über Rübenkamp (S1) und Alsterdorf (U1) zur Lufthansabasis.

Die Buslinie 11 wird bis Teufelsbrück (Fähre für Airbus) verlängert (bisher Bahnhof Altona). Die Buslinie 142 fährt mit Gelenkbussen (50% mehr Kapazität), der enge Takt bleibt.

Der HVV befördert täglich 2,6 Millionen Fahrgäste. Das Streckennetz ist insgesamt 14.991 Kilometer lang.

On-Demand-Verkehr

Im Juli 2019 richten die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) einen On-Demand-Verkehrs zum HVV-Tarif im Hamburger Westen ein.

Mehr Kapazitäten zum Fahrplanwechsel bei der VHH

Die Busse der Linien 3, 15, 21, 22, 232, 235, 332, 432 und 462 fahren häufiger. Streckenweise werden größere Busse eingesetzt. Es wird eine neue Buslinie in Rissen zur Ortserschließung mit Einsatz von Midibussen eingesetzt. Ein Buslinie fährt zum Wohngebiet Tienrade (Lohbrügge). Es wird einen ergänzten Linienweg der Linie 432 zu den Flüchtlingsunterkünften Billbrook gegeben.

Die neuen Fahrplandaten sind ab sofort unter hvv.de, über die HVV-App und die Sprachassistenten Alexa und Google Assistent verfügbar. Im Zeitschriftenhandel und in den HVV-Servicestellen sind die neuen Fahrplanbücher erhältlich.