Hamburg

Schiffwracks bleiben trotz Elbvertiefung erhalten

Das Wrack des finnischen Motorseglers Polstjernan am Elbstrand in Blankenese.

Das Wrack des finnischen Motorseglers Polstjernan am Elbstrand in Blankenese.

Foto: imago/Markus Tischler

Die beiden Wracks vor Blankenese sind beliebte Sehenswürdigkeiten, auch wenn dramatische Ereignisse zu ihrem Wrack-Dasein führten.

Blankenese.  Allen Gerüchten zum Trotz: Die Schiffswracks „Uwe“ und „Polstjernan“ bleiben auch angesichts der Elbvertiefung erhalten. Kai Gerullis, Pressesprecher der zuständigen Hamburg Port Authority (HPA), gibt Entwarnung: „Die Wracks werden nicht angerührt“, so Gerullis, „Ehrenwort. Versprochen.“

Wie das Abendblatt berichtete, könnten die vorbereitenden Arbeiten für das immer wieder verschobene Riesenprojekt im kommenden Jahr beginnen – allerdings würde die Fahrrinne davon zunächst noch gar nicht tangiert. Doch selbst wenn diese Phase eintritt, sind die Wracks nach Darstellung der HPA nicht in Gefahr, selbst wenn die Leuchttürme wie berichtet ersetzt werden müssen. „Die Wracks liegen viel zu nahe am Ufer, die haben mit der eigentlichen Fahrrinne gar nichts zu tun“, so Sprecher Kai Gerullis.

Das könne man auch daran sehen, dass sie rein rechtlich betrachtet sogar zum Böschungsbereich gehörten. Die beiden Wracks sind längst zu beliebten Sehenswürdigkeiten für Touristen geworden, auch wenn dramatische Ereignisse zu ihrem Wrack-Dasein geführt hatten.

„Uwe“ und „Polstjernan“ sind beliebte Sehenswürdigkeiten

Die „Uwe“ ist streng genommen ein Kollateralschaden. Nachdem im Dezember 1975 die „Wiedau“ und ein polnischer Frachter bei dichtem Nebel kollidiert waren, drehte die „Wiedau“ Richtung Falkenstein und rammte das Binnenschiff „Uwe“, das dabei regelrecht durchgeschnitten wurde.

Den finnischen Motorsegler „Polstjernan“ hatte es schon 1926 erwischt. Er explodierte während einer Fahrt auf dem heutigen Nord-Ostsee-Kanal. Nachdem Schlepper das Wrack zur Elbmündung gezogen hatten, setzte es eine Bergungsfirma wenige Tage später vor Blankenese auf Grund. Mit Steinen beschwert, dient es seitdem als Wellenbrecher. Bei Ebbe schaut der halb verfallene Rumpf aus dem Wasser – genau wie das Heck der „Uwe“. Und so soll es offenbar bleiben.