Hummelsbüttel

Hamburger hält Abendrot für Brand und ruft die Feuerwehr

Im Stadtteil Winterhude entsteht bei einem Sonnenuntergang durch das sich in den Wolken brechende Licht der Eindruck eines Großfeuers.

Im Stadtteil Winterhude entsteht bei einem Sonnenuntergang durch das sich in den Wolken brechende Licht der Eindruck eines Großfeuers.

Foto: dpa

Mann meldet vermeintlichen Dachstuhlbrand. Feuerwehrsprecher: "Er handelte richtig." Meteorologe erklärt Naturschauspiel.

Hamburg. Ein farbenprächtiger Sonnenuntergang hat einem Mann in Hummelsbüttel einen ordentlichen Schrecken eingejagt – und ihn umgehend zum Notruf bei der Feuerwehr bewogen. Der Mann vermutete am Dienstagabend hinter den feurig leuchtenden Wolken einen Dachstuhlbrand, wie ein Feuerwehrsprecher am Mittwoch mitteilte. In der Notrufzentrale habe man ihn jedoch schnell beruhigen können. Es komme immer wieder mal vor, dass Menschen die Abendsonne mit einem Brand verwechseln und die Einsatzkräfte alarmieren, teilte der Sprecher weiter mit.

"Der Mann hat auf jeden Fall richtig gehandelt", sagt Feuerwehrsprecher Torsten Wessely. "Wenn jemand glaubt, es brennt, sollte er auf jeden Fall die Feuerwehr alarmieren. Wir gehen jedem Verdacht nach, auch auf die Gefahr hin, dass es sich um einen Fehlalarm handet. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig die Retter rufen."

Roter Sonnenuntergang nichts Ungewöhnliches

Das Naturschauspiel sei letztlich aber nichts Ungewöhnliches gewesen, so ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes mit. Da die Sonnenstrahlen am Abend einen besonders langen Weg zurücklegen müssen, sei das Licht im Vergleich zum Tag insgesamt rötlicher. In Kombination mit den tief stehenden Wolken ergebe das die besonders kräftige Farbgebung. Da sich die Wetterverhältnisse nun änderten, seien in den nächsten Tagen keine weiteren solcher Sonnenuntergänge zu erwarten.

Und der Hummelsbütteler ist ohnehin nicht alleine – in Ratingen (Nordrhein-Westfalen) etwa hatten vor zwei Jahren besorgte Anwohner die Feuerwehr wegen eines glutrot verfärbten Himmels alarmiert. Das Großaufgebot inklusive Katastrophenschutz stellte letztendlich fest, dass sich lediglich Wasserdampf aus der Lüftungsanlage eines Krankenhauses mit der Abendsonne zu einem trügerischen Bild vermischt hatte.