Hamburg

Später als sonst: Alsterschwäne zurück im Winterquartier

Schwanenvater Olaf Nieß bringt seine Tiere ins Winterquartier.

Schwanenvater Olaf Nieß bringt seine Tiere ins Winterquartier.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

40 der 120 Tiere wurden in der Rathausschleuse zusammengetrieben. Einige Schwäne hatten schon im Sommer dorthin umziehen müssen.

Hamburg. Alle Jahre wieder – aber später als üblich: Bei gefühlten Minusgraden und starkem Wind hat Hamburgs Schwanenvater Olaf Nieß am Dienstagvormittag zusammen mit seinem Team seine Schützlinge auf der Alster eingesammelt, um sie in ihr Winterquartier zu bringen. Knapp 40 der insgesamt 120 Alsterschwäne wurden in der Rathausschleuse zusammengetrieben und in die Boote der Schwanenwacht verfrachtet, von wo aus sie zum Überwintern in den Eppendorfer Mühlenteich gefahren wurden, der mithilfe von Pumpen auch bei kälteren Temperaturen eisfrei gehalten werden kann.

„Dieses Jahr sind wir etwas später dran als sonst“, hatte der Pflegevater im Vorfeld bereits mitgeteilt. Grund sei die warme Witterung gewesen. Von April an sollen die Tiere wieder in ihr angestammtes Revier auf der Alster zurückkehren.

15 Alsterschwäne starben an Darmentzündung

Bereits im Sommer hatten einige Schwäne aufgrund der hohen Temperaturen notgedrungen nach Eppendorf umziehen müssen. Giftige Clostridium-Bakterien, die durch sich zersetzende Algen entstehen und sich bei langanhaltender Hitze bilden, hatten 15 Schwäne an einer Darmentzündung verenden lassen. Als Ersatz kamen 13 neue Schwäne aus dem Saarland hinzu, für die der Umzug in das Winterquartier eine neue Erfahrung gewesen ist.

Neu war das Spektakel auch für den einen oder anderen der Passanten, die sich zahlreich am Alsterfleet versammelten. So war Luchia aus Eritrea sichtlich erstaunt über die Umsiedlungsaktion der Alsterbewohner – in ihrem Heimatland sei dies schließlich nicht üblich.

Das Hamburger Schwanenwesen hat eine jahrhundertelange Tradition. Das Amt des Schwanenvaters gibt es seit 1674. Die Hansestadt brach damit den Brauch, dass die Schwanenhaltung nur Königen und Fürsten vorbehalten war.