Hamburg

Baakenhafen: Hier wohnen alle Generationen unter einem Dach

So soll es mal aussehen: Am Baakenhafen entsteht bis Ende 2021 das „Quartier der Generationen“ mit Wohnungen und zwei Supermärkten.  Bloomimages GWG Ditting

So soll es mal aussehen: Am Baakenhafen entsteht bis Ende 2021 das „Quartier der Generationen“ mit Wohnungen und zwei Supermärkten. Bloomimages GWG Ditting

Foto: Bloomimages GWG Ditting

In der östlichen HafenCity entstehen 373 Wohnungen für Familien, Studenten und Senioren. 80 Prozent öffentlich gefördert.

Hamburg.  Die HafenCity bekommt ein „Quartier der Generationen“. Das Viertel entsteht am Baakenhafen. In die elf Gebäude sollen Bewohner jeden Alters von Studenten über Familien bis hin zu Senioren einziehen: „Die besondere Lage, die kleinteilige Mischung vielfältiger Wohnkonzepte, beste Nahversorgungsangebote und die hohen Ansprüche an soziale und ökologische Nachhaltigkeit machen das Bauvorhaben zu etwas Besonderem“, sagte Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) bei der Grundsteinlegung am Montag.

138 Studentenappartements und ein Aldi

Insgesamt sollen 373 Mietwohnungen und Studentenappartements in den sechsgeschossigen Häusern entstehen. Davon sind 52 Servicewohnungen für Senioren geplant und 24 weitere Einheiten für betreutes Wohnen. Die Fertigstellung ist für Ende 2021 geplant.

Ein Alleinstellungsmerkmal für die HafenCity dürfte sein, dass 80 Prozent der Wohnungen öffentlich gefördert sind. So sollen dort im ersten Förderweg Kaltmieten ab 6,50 Euro angeboten werden und im zweiten Förderweg eine Kaltmiete von 8,60 Euro. Für die restlichen 20 Prozent wird eine „preisgedämpfte Miete“ von immerhin 13,50 Euro kalt aufgerufen. Die 138 Studentenappartements kosten ab 238 Euro Kaltmiete pro Monat.

Aber es soll nicht nur ein Wohnquartier werden. In den Erdgeschossen sind Flächen für Handel und Gastronomie vorgesehen. Zwei Mieter stehen bereits fest: Im „Quartier der Generationen“ eröffnet der erste Aldi-Discounter in der HafenCity, außerdem wird ein Edeka-Supermarkt einziehen.

Öffentlich geförderte Wohnungen

Das Quartier wird rund um den Lola-Rogge-Platz entwickelt. Diese Fläche soll dann für Wochenmärkte sowie Freizeit- und Kulturveranstaltungen genutzt werden.

Die GWG-Gruppe aus Stuttgart, eine Tochter der R+V Versicherung, investiert rund 110 Millionen Euro in die Projektentwicklung in der östlichen HafenCity. „Wir wollen uns hier langfristig als Vermieter engagieren“, sagte der GWG-Vorstandsvorsitzende Andreas Engelhardt. Es sei das erste Projekt in diesem Stadtteil, bei dem bewusst ein Quartier realisiert werde, in dem alle Generationen miteinander leben. Das ist die Wohnform der Zukunft, sagte Engelhardt weiter.

Senatorin Stapelfeldt prophezeite bei der Grundsteinlegung: „Man muss kein Hellseher sein, um dem Projekt wie dem ganzen Viertel eine hohe Attraktivität vorauszusagen. Das Baakenhafen-Quartier ist eine Perle der Hamburger Stadtentwicklung.“ Für den CDU-Stadtentwicklungsexperten Jörg Hamann steht fest: „Die HafenCity soll ein Stadtteil für alle Altersklassen und Einkommensgruppen sein. Insofern ist das Quartier der Generationen ein sinnvolles Projekt.“

Preisgedämpfter Wohnraum

Zunächst war die HafenCity vor allem Besserverdienenden vorbehalten. Inzwischen wurden dort auch zahlreiche öffentlich geförderte Wohnungen entwickelt. Ein Beispiel, wie Luxuswohnungen und bezahlbarer Wohnraum miteinander auf einem Areal realisiert werden, ist das neue Quartier am Strandkai.

Das Filetgrundstück mit Blick auf das Wasser und die Elbphilharmonie wird mit 470 Wohnungen in unterschiedlichen Preislagen bebaut. Mit den Arbeiten wurde im März begonnen, der Hochbau soll im ersten Quartal 2019 starten: 140 Eigentumswohnungen entstehen in zwei Wohntürmen. In den oberen Etagen dürfte der Qua­dratmeter mehr als 15.000 Euro kosten. An der Spitze des Grundstücks werden 170 frei finanzierte Mietwohnungen gebaut, die dem Vernehmen nach ab 18 Euro Miete pro Quadratmeter kosten werden. Doch es werden auch 170 Mietwohnungen im Auftrag von drei Baugenossenschaften errichtet – als „preisgedämpfter Wohnraum“.