Handelskammer Hamburg

Vizepräses Torsten Teichert verlässt die Kammerrebellen

Torsten Teichert hat das Wahlbündnis "Die Kammer sind wir!" verlassen.

Torsten Teichert hat das Wahlbündnis "Die Kammer sind wir!" verlassen.

Foto: Andreas Laible

Er ist nicht der erste Abtrünnige des Wahlbündnisses. Vorausgegangen waren Querelen mit Präses Tobias Bergmann.

Hamburg.  Der Vizepräses der Handelskammer Torsten Teichert hat das Wahlbündnis „Die Kammer sind wir!“ überraschend verlassen. Das bestätigte er Abendblatt online. Vorausgegangen waren monatelange Querelen und Auseinandersetzungen mit dem Kammerpräses Tobias Bergmann, mit dessen Kurs einige Mitglieder des Kammerplenums nicht zufrieden sind.

Zu den Gründen für seinen Austritt aus dem Bündnis, dem er seit der Gründung 2016 angehört, wollte sich Teichert nicht äußern. „Ich will mich mehr auf meine Arbeit im Plenum konzentrieren“, sagte er lediglich dem Abendblatt. Seinen Posten als Vizepräses will der frühere Vorstandschef der Lloyd-Fonds AG behalten.

Teichert ist nicht der erste Prominente ehrenamtliche Kammermitarbeiter, der sich aus dem Kreis der Kammerrebellen zurückzieht. Zuvor hatten bereits Heiko Wandrey und die Vorsitzende des Ausschusses Gesellschaftliche Verantwortung, Annett Nack-Warenycia, dem Bündnis den Rücken gekehrt.

Boeddinghaus: "Dem Bündnis ist der Kompass abhandengekommen"

Teicherts Rückzug wird allerdings eine besondere Bedeutung beigemessen. Er ist Vorsitzender des wichtigen Innenausschusses der Kammer und damit für die Finanzen verantwortlich. Er hat die Geschicke der Wirtschaftsvertretung seit den Plenumswahlen im März 2017, bei denen die Kammerrebellen 55 der 58 Sitze gewannen, maßgeblich mitgestaltet.

Kai Boeddinghaus, Geschäftsführer des Bundesverbands für freie Kammern (BFFK), wertet Teicherts Schritt als Zeichen für die Stagnation des Reformprozesses, den das Wahlbündnis anstoßen wollte: „Bei nüchterner Betrachtung kommt man an der Erkenntnis nicht vorbei, dass dem Bündnis schon mit dem Wahlsieg der Kompass abhandengekommen ist. Da auch der notwendige Teambildungsprozess im Ehrenamt leider völlig vernachlässigt wurde, führt dies im Ergebnis nun zu erheblichen Verwerfungen im Bündnis und einer spürbaren Erosion.“