Hamburg

CCH-Eröffnung erneut verschoben – Decke der Garage brüchig

Die Projektleiter Matthias Frantz (l.) und Hellmut Körner stehen im Altbau. Im Hintergrund wird der Neubau errichtet, es stehen bereits zwei Stockwerke.

Die Projektleiter Matthias Frantz (l.) und Hellmut Körner stehen im Altbau. Im Hintergrund wird der Neubau errichtet, es stehen bereits zwei Stockwerke.

Foto: Andreas Laible / HA

Probleme bei der Revitalisierung. Tiefgarage muss nun doch saniert werden. Gebäudeausrüster hält Zeitplan nicht ein.

Hamburg.  Das CCH (Congress Center Hamburg) an der Marseiller Straße ist das aktuell größte Bauprojekt der Freien und Hansestadt. Die städtische Sprinkenhof GmbH als Projektmanager stellt es vor immer neue Herausforderungen. Wegen Asbest im Beton wurde bereits im Januar dieses Jahres bekannt, dass die für September 2019 geplante Wiedereröffnung nicht eingehalten werden kann.

Bereits gebuchte Veranstaltungen mussten in die Messehallen verlegt oder abgesagt werden. Damals war von mehr als drei Monaten Verzögerung die Rede, ein neuer Eröffnungstermin konnte nicht genannt werden. Und bis heute steht dieser noch nicht fest: „Das Ziel ist es aber, Ende 2020 zu eröffnen. Allen Beteiligten ist klar, dass wir hier von einem Großprojekt sprechen, bei dem immer wieder Schwierigkeiten auftreten können“, sagte Projektleiter Hellmut Körner, der von der verantwortlichen Wirtschaftsbehörde eingesetzt wurde, dem Abendblatt. Das Kongresszentrum ist wegen der Revitalisierung seit Ende Dezember 2016 geschlossen.

Zu den neuen Herausforderungen zählt die zweistöckige Tiefgarage im 1973 eröffneten Altbau des Kongresszentrums: „Eigentlich wollten wir die Tiefgarage gar nicht anfassen, aber bei einer Routineuntersuchung wurden gravierende Mängel an der Bausubstanz festgestellt“, sagte Körner.

Betondecke ist an vielen Stellen brüchig

Die Betondecke sei an zahlreichen Stellen brüchig. Auf lange Sicht sei das ein Sicherheitsrisiko, und deshalb müsse nun auch die Tiefgarage aufwendig saniert werden, erklärte Sprinkenhof-Projektleiter Matthias Frantz. Das sei natürlich mit weiteren Kosten verbunden. Von mehreren Millionen Euro ist die Rede. Zusätzlicher Sanierungsbedarf wurde in den letzten Tagen auch an der Fassade des erst 2007 erbauten Westteils festgestellt.

Aber nicht nur das bereitet den Projektverantwortlichen Sorgen. Denn der technische Gebäudeausrüster habe Schwierigkeiten, seinen Auftrag zu erfüllen und sei aktuell nicht im Zeitplan, sagte Körner. Im Klartext heißt das: Der Gebäudeausrüster arbeitet zwar, hat aber nicht genügend Mitarbeiter im Einsatz. Körner zeigt sich dennoch zuversichtlich: „Wir befinden uns in Verhandlungen mit dem Unternehmen, um zu erreichen, dass die Arbeiten wie vertraglich vereinbart, ausgeführt werden.“

Für die Revitalisierung des CCH hatte die Stadt eine Gesamtsumme von 194 Millionen Euro veranschlagt: „Aktuell sind wir noch im Budget, aber die zusätzlichen Arbeiten waren im Projekt nicht eingeplant und sind ein Risiko. Erst wenn konkrete Zahlen und Abrechnungen vorliegen, können wir sagen, ob wir mit den veranschlagten 194 Millionen Euro auskommen werden oder für diese Arbeiten ein Zusatzbudget brauchen“, sagte Körner.

Neubau mit repräsentativem Foyer

Aber wichtig ist Projektleiter Frantz: „Auf der Baustelle sind aktuell rund 180 Arbeiter im Einsatz. Es wird bis zu sechs Tage die Woche auf Hochtouren hier gearbeitet.“

Dort, wo der Ostteil abgerissen wurde, entsteht der Neubau mit einem repräsentativen Foyer und Glasfassade. Seit April wurden bereits die zweistöckige Tiefgarage und zwei Etagen im Hochbau fertiggestellt. In Kürze soll mit dem Innenausbau begonnen werden. Dazu gehört die technische Ausrüstung des Gebäudes, wozu zum Beispiel die Belüftung, die Sicherheitstechnik, die Sprinkleranlage und die Akustik zählen. Bis Mitte März 2019 soll der gesamte fünfstöckige Rohbau errichtet sein. Die Fassade für das neue CCH soll im Sommer 2019 fertiggestellt sein. Das Ende der Bauarbeiten ist nach heutigem Stand für Anfang 2020 geplant.

Doch danach muss das Gebäude von den Behörden abgenommen werden. Erst dann kann die Hamburger Messe und Congress GmbH (HMC) als Betreiber mit der Innenausstattung des Hauses beginnen.

Kapazitäten für bis zu 12.000 Personen

In dem noch erhaltenen Gebäudeteil aus dem Jahr 1973 wurden sämtliche Säle bereits entkernt. Der bekannteste ist wohl der Saal 1, hier traten einst Schlagergrößen wie Howard Carpendale oder Peter Kraus auf. Hier sollen auch nach der Revitalisierung wieder rund 3000 Zuschauer Platz finden: „Der Saal 1 wird in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz saniert. Eigentlich wird dieser originalgetreu wieder hergerichtet, nur mit neuem Mobiliar und einer modernen Technik ausgestattet“, sagte Körner. In dem Raum steht ein riesiges Gerüst, aktuell wird am Einbau der Lüftung und der Sprinkler unter der Decke gearbeitet.

Nach der Wiedereröffnung des CCH sollen Kapazitäten für bis zu 12.000 Personen in 50 Sälen zur Verfügung stehen. Die drei Gebäudeteile werden durch einen Glasgang miteinander verbunden. Das sind der Neubau, der sanierte Altbau und der 2007 erbaute Westteil.