Krebserregende Stoffe

Nach Dioxinfund: Behörde untersucht Naturschutzgebiet

Im nördlichen Teil der Boberger Niederung ist Dioxin gefunden worden.

Im nördlichen Teil der Boberger Niederung ist Dioxin gefunden worden.

Foto: picture alliance/chromorange

Ab heute sperrt die Stadt einen vier Hektar großen Bereich ab, um Bodenuntersuchungen in der Boberger Niederung durchzuführen.

Hamburg.  Im nördlichen Teil des Naturschutzgebiets Boberger Niederung ist bei Routineuntersuchungen der krebserregende Stoff Dioxin im Boden entdeckt worden, wie die Behörde für Umwelt und Energie dem Abendblatt bestätigte. Von heute an wird deshalb ein vier Hektar großer Bereich rund um die Fundstelle an einer stillgelegten Eisenbahnstrecke abgesperrt, um Bodenuntersuchungen durchzuführen. Hierzu werden Ein- und Ausgänge zwischen den Parkplätzen „Unterberg“ und „An der Kreisbahn“ gesperrt.

Großflächige Bodenproben

„Eine entnommene Bodenprobe hat einen stark erhöhten Dioxinwert enthalten“, sagt Jan Dube, Sprecher der Umweltbehörde. Die Probe war eine sogenannte Mischprobe. Dafür wurden an 15 Stellen Erdbohrungen durchgeführt und die entnommenen Proben zusammengemischt. „Der erhöhte Wert kann also von einer Stelle kommen oder aus verschiedenen Bohrstellen stammen“, erklärt Dube. Um das herauszufinden, werden nun großflächig einzelne Bodenproben untersucht. Die Untersuchungen werden mehrere Wochen dauern. „Erst dann werden wir wissen, ob größere Verunreinigungen im Boden vorhanden sind“, sagt Dube.

Dann wird sich auch entscheiden, was für Sanierungsmaßnahmen erforderlich sein werden. Diese können von einer Teilentschärfung bis zu einem kompletten Bodenaustausch reichen. Zum jetzigen Zeitpunkt könne die Behörde jedoch noch keine Einschätzung geben. „Wir müssen erst herausfinden, wie sich das Dioxin verteilt“, sagt Dube.

Ursache noch nicht bekannt

Auch die Ursache der Verunreinigung ist noch nicht bekannt. Ein mögliches Szenario sei, dass an der betroffenen Stelle in den 1960er-Jahren giftige Industrieabfälle entsorgt wurden. Da die Mitarbeiter bei der Entnahme der Bodenproben Schutzkleidung tragen würden, habe die Behörde Hinweisschilder aufgehängt, damit sich die Spaziergänger nicht wundern.