Norden

Missbrauch: Kirche gründet Beirat für Aufarbeitung

Ansgar Thim, der Generalvikar des Erzbistums Hamburg.

Ansgar Thim, der Generalvikar des Erzbistums Hamburg.

Foto: Markus Scholz / dpa

Erzbistum Hamburg setzt die Aufarbeitung fort. Auch Betroffene sollen für eine Mitarbeit gewonnen werden.

Hamburg.  Das Erzbistum Hamburg setzt die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs durch den früheren Pfarrer der Pfarrei Neubrandenburg fort. Am Donnerstag habe sich ein Beirat konstituiert, der Wissenschaftler mit der Untersuchung der Vorfälle beauftragen und begleiten solle. Erzbischof Stefan Heße hatte die wissenschaftliche Aufarbeitung am 6. Juli auf einer Gemeindeversammlung angekündigt.

Der beschuldigte Priester leitete die Neubrandenburger Pfarrei von 1946 bis 1975. Ihm werde schwerer physischer, psychischer und sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen vorgeworfen, hieß es. Dem Erzbistum Hamburg sind 14 betroffene Männer und Frauen bekannt. Ziel des Projektes ist, „dass Betroffene die Anerkennung ihres Leids erfahren“. Die offene und transparente Aufarbeitung solle betroffenen Frauen und Männern psychische Entlastung ermöglichen und einen Beitrag zur individuellen Aufarbeitung leisten.

Dem Beirat werden den Angaben zufolge der Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Harald J. Freyberger, und Anne Drescher, Landesbeauftragte Mecklenburg-Vorpommerns für die Stasi-Unterlagen, angehören, zudem Vertreter der Pfarrei und des Erzbistums Hamburg. Auch Betroffene sollen für eine Mitarbeit gewonnen werden.