Exzellenzcluster

Universität Hamburg auf dem Weg zur Elite-Uni

Die Zweite Bürgermeisterin und Hamburger Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank

Die Zweite Bürgermeisterin und Hamburger Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank

Foto: Roland Magunia / HA

Millionen für vier neue Exzellenzcluster mit Klimaexperten und Teilchen-Wissenschaftlern. Doch es gibt auch Kritik.

Hamburg. Die Grünen von Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank sprechen von einer "Sensation": Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat gleich vier Projekte der Universität Hamburg zu sogenannten Exzellenzclustern erklärt. Bislang gab es mit dem Verbund der Klimaforscher (Clisap) eins, dann kam später ein zweites hinzu zur Bewegung von Molekülen.

Fegebank bedankte sich bei allen, "die dafür gekämpft haben". Von den neuen Exzellenzclustern würden "die Universität und der Wissenschaftsstandort als Ganzes profitieren". Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sprach von einem "Meilenstein für die Wissenschaft und Forschung in Hamburg." Forscher würden "über die Grenzen einzelner Disziplinen hinaus grundlegende Fragen der Gravitation und Wechselwirkung der Materie, der Kulturgeschichte der Menschheit und des Klimawandels erforschen".

Die Auswahl ist aus 88 Bewerbungen erfolgt. Zu den Hamburger Leuchtturmprojekten gehören „Climate, Climatic Change and Society“ (Klimawandel und Gesellschaft), „Quantum Universe“ und „Advanced Imaging of Matter” (Entwicklung des Universums anhand kleinster Teilchen und ultrastarke Lichtquellen) sowie „Understanding Written Artifacts“ (Decodierung alter Schriften). Sie werden je Projekt auf sieben Jahre mit sieben bis zehn Millionen Euro pro Jahr gefördert.

Der Grünen-Hochschulpolitiker René Gögge sagte: "Als Grüner freue ich mich besonders, dass die Klimaforschung in Hamburg erneut Exzellenzcluster wird. Das Ergebnis ist eine Bestätigung dafür, dass diese Stadt auf dem richtigen Kurs ist." Man werde die Uni unterstützen, "damit sie auch in der nächsten Runde mit ihrer Bewerbung als Exzellenzuniversität erfolgreich ist."

CDU kritisiert marode Substanz Universität Hamburg

Auch die oppositionelle CDU zeigte sich erfreut, gab aber zu bedenken, dass damit auch die Wissenschaftspolitik der früheren CDU-geführten Senate gewürdigt werde. "Der rot-grüne Senat ist gut beraten, sich nicht darauf auszuruhen, sondern die angestoßenen Prozesse zu verstetigen und die Erfolge auszubauen, hieß es in einer Mitteilung der CDU-Fraktion.

Hochschulpolitiker Carsten Ovens sagte: "Die angestrebten Erhöhungen im Wissenschaftsetat täuschen nicht darüber hinweg, dass die Hochschulen von 2011 bis 2018 durch die halben Tarifausgleiche finanziell sehr kurz gehalten wurden und dadurch sogar Stellen abbauen mussten." Ovens erinnerte an einen notwendigen Ausbau der TU Harburg und daran, dass die Bausubstanz der Uni so marode sei, dass "in manchen Uni-Fachbereichen Balkone wegen Einsturzgefahr gesperrt sind, Labore wegen unzureichenden Brandschutzes über Wochen geschlossen seien.