Protestaktion

Bürger fordern: Hamburg soll ein sicherer Hafen sein

30 Bürger fragten während einer Performance auf dem Rathausmarkt "Hamburg – Was tust du?". Sie wollten auf die vielen toten MEnschen im Mittelmeer aufmerksam machen und forderten Bürgermeister Peter Tschentscher auf, Hamburg zu einem sicheren Hafen zu machen

30 Bürger fragten während einer Performance auf dem Rathausmarkt "Hamburg – Was tust du?". Sie wollten auf die vielen toten MEnschen im Mittelmeer aufmerksam machen und forderten Bürgermeister Peter Tschentscher auf, Hamburg zu einem sicheren Hafen zu machen

Foto: Klaus Bodig

Etwa 30 Hamburger protestierten am Donnerstagnachmittag auf dem Rathausmarkt gegen die Behinderung der Seenotretter im Mittelmeer.

Hamburg. Bewegende Aktion auf dem Rathausmarkt: "Hamburg - Was tust du?", fragten am Donnerstag rund 30 Bürger auf dem Rathausmarkt mit einer aufsehenerregenden Aktion. Schweigend sammelten sich die Akteure und legten sich in Reihen auf den Boden. Dazu lasen der Schauspieler Peter Franke und die Islamwissenschaftlerin Shirin Fatih die Namen von Geflüchteten vor, die bei der Flucht über das Mittelmeer starben.

Bevor sich die Akteure auf den Boden legten, schütteten sie jeweils einen Eimer hellblau gefärbtes Wasser vor sich aus. So sollte der Eindruck entstehen, sie schwämmen im Wasser. Bewegungslos lagen sie auf dem Rathausmarkt, und weitere Protestler deckten einen nach dem anderen mit einem weißen Laken ab. So wollten die Teilnehmer der Aktion an die in Reihen abgedeckten Leichen in südeuropäischen Häfen aufmerksam machen. Bewusst habe sie einen stillen Protest gewählt und keine Demonstration oder Parolen, sagte Initiatorin Johanna von Hammerstein, ehemalige Vorstandssprecherin der BürgerStiftung.

Hamburg soll mehr Flüchtlinge aufnehmen

Parallel zu der Aktion sammelten die Akteure Unterschriften, die sie zusammen mit dem Aufruf an den Senat übergeben wollten. Initiatoren und Unterzeichner verurteilen den Bruch des Internationalen Seerechts und fordern Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) auf, mehr Flüchtlinge in der Hansestadt aufzunehmen bis es eine einheitliche europäische Regelung gibt.

Zahlreiche Städte wie Berlin, Köln oder Bremen hätten unter dem Motto „Sicherer Hafen“ bereits ihre Hilfe angeboten. „Es ist Zeit, sich zu engagieren“, sagte eine Mitwirkende. „Menschenrechte gehen über Bord, wenn wir nicht unsere Stimme gegen Gleichgültigkeit erheben, die das Sterben im Mittelmeer hinnimmt. Das ist Verrat an Menschenrechten, die allen Menschen zustehen“.

Aktion stößt auf positives Echo

Die Aktion stieß bei den rund hundert Zuschauern auf ein positives Echo. „Man stumpft heutzutage so schnell ab. Eine solche Aktion ist eine kreative Art, auf das Elend im Mittelmeer aufmerksam zu machen“ , so eine Passantin. Am Donnerstagabend hatten bereits mehr als 300 Hamburgerinnen und Hamburger die Petition auf www.hamburgwastustdu.de unterschrieben. Nach Angaben der Initiatoren gehören dazu Menschen verschiedener Berufsgruppen und politischer Ausrichtungen.