Hamburg

Hamburger Serienbetrüger gefasst – 800.000 Euro Beute

Krumme Geschäfte bei Ebay sollen einem 33-Jährigen rund 800.000 Euro Beute beschert haben (Symbolbild)

Krumme Geschäfte bei Ebay sollen einem 33-Jährigen rund 800.000 Euro Beute beschert haben (Symbolbild)

Foto: picture alliance / dpa/ Heiko Wolfraum

Der 33-Jährige soll bei Ebay teure Uhren, Smartphones und Schmuck gekauft haben – mit gefälschten Überweisungsbelegen.

Hamburg.  Fast ein Jahrzehnt lang hat ein 33 Jahre alter Mann im großen Stil Anbieter bei Ebay betrogen, die teure Uhren, Schmuck und Handys über das Internet verkauften. Er erbeutete so Waren im Wert von mindestens 800.000 Euro. Mit dem Geld finanzierte er nicht etwa einen opulenten Lebenswandel – der Mann kaufte sich von der Beute vielmehr Drogen. Er steht in Verdacht, zwischen 2009 und 2018 in Hamburg und dem restlichen Bundesgebiet in rund 450 Fällen Betrugsstraftaten begangen und dabei geschätzte 800.000 Euro erbeutet zu haben.

In einer Spielhalle in Stellingen spürten Fahnder am Donnerstag Erik M. auf. Der Mann war nicht einfach zu finden gewesen, denn er hat keinen festen Wohnsitz. Zuvor hatten Ermittler mühevolle, mehrere Jahre andauernde Arbeit aufgewendet, um ihm die rund 450 Betrugstaten zuordnen können. Nun gelang es Ermittlern des Hamburger Betrugsdezernats, den Mann zu verhaften.

Auffällig viele Betrogene schickten Waren nach Hamburg

Erik M. hatte im Internet unter falschem Namen teure Sachen ersteigert und mit falschen Überweisungsträgern den Verkäufern vorgegaukelt, dass er das Geld überwiesen habe. Meistens fotografierte er Belege ab und schickte sie über nicht nachverfolgbare Mail-Adressen. Das brachte viele Verkäufer dazu, die Waren loszuschicken, bevor tatsächlich ein Geldeingang auf dem Konto war. Die Waren ließ der 33-Jährige sich an Scheinadressen schicken. Zumeist überklebte er einfach Briefkästen und Klingelschilder mit seinen Alias-Namen. In einigen Fällen soll er die Paketsendungen auch direkt auf der Straße vom Zusteller übernommen haben.

Weil auffällig viele Betrogene ihre Waren nach Hamburg geschickt hatten, wurde der Fall hier gebündelt. Die Opfer stammen in den wenigsten Fällen aus der Hansestadt. Ihre Wohnorte sind über ganz Deutschland verteilt. Erik M. sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen gehen weiter. Bei der Polizei schließt man nicht aus, dass noch weitere Betrugstaten auf das Konto des 33-Jährigen gehen.