Finanzen

Hamburg hat in diesem Jahr mehr als 480.000 Euro geerbt

Die zuständige Hamburger Finanzbehörde verwaltet Erbschaften an die Stadt

Die zuständige Hamburger Finanzbehörde verwaltet Erbschaften an die Stadt

Foto: picture alliance / imageBROKER

Die Stadt hat 24.000 Euro mehr geerbt als 2017. Was neben Geld und Grundstücken noch alles vererbt wird.

Hamburg.  Die Stadt Hamburg hat in den ersten sechs Monaten des Jahres knapp 480.000 Euro geerbt – rund 24.000 Euro mehr als im gesamten Jahr 2017. Auch 2015 und 2016 lagen die Einnahmen aus Erbschaften jeweils bei gut einer halben Million Euro, wie der Sprecher der Finanzbehörde Claas Ricker sagte. Sogenannte Fiskalerbschaften fallen der Stadt zu, wenn die rechtmäßigen Erben das Erbe ausschlagen oder nicht zu ermitteln sind. Außerdem wird die Stadt auch in Testamenten berücksichtigt.

Ganz überwiegend handele es sich bei den Erbschaften um kleine Beträge, sagte Ricker. Gleiches gilt für den Wert der Immobilien. „In den Jahren 2015 bis 2017 konnte aus ererbten Grundstücken ein Erlös von 31.194 Euro erzielt werden.“

Vererbt werden aber nicht nur Geld und Grundstücke. „In den letzten drei Jahren setzten sich die Erbschaften der Stadt aus Sparbüchern, Bargeld, Forderungen, Grundstücken, Beteiligungen an Erbengemeinschaften, Anteile an Immobilien-, Schiffsfonds und Aktien zusammen“, sagte Ricker.

Reich wird Hamburg durch Erbschaften nicht

Reich werde die Stadt dadurch nicht. Die Einnahmen hielten sich schon deshalb in engen Grenzen, da Angehörige ihr Erbe meist nur dann ausschlagen, wenn der Nachlass hohe Verbindlichkeiten enthält. Außerdem stehe den Einnahmen ein hoher Aufwand gegenüber, sagte Ricker. „Die Erbschaften müssen ja auch verwaltet und gepflegt werden.“ In der Finanzbehörde sei eine Vollzeitkraft allein dafür zuständig. „Die Anzahl und die Komplexität der Fiskalerbschaften nimmt aber kontinuierlich zu.“ Schon jetzt könne es von einer Kraft nicht mehr abgedeckt werden.

Nicht selten tauchen zunächst fehlende Erben wieder auf. „Da das Erb­recht des Fiskus lediglich eine widerlegbare Vermutung darstellt, kann es zu Erstattungen für später durch Erbschein festgestellte Erben kommen.“ Bis zu 30 Jahre können solche Ansprüche geltend gemacht werden.

So standen 2015 den durch Erbschaften erzielten Einnahmen in Höhe von 506.808 Euro Ausgaben für Erstattungen sowie Personal- und Sachkosten in Höhe von mehr als 600.000 Euro gegenüber. 2016 und 2017 blieben der Stadt unterm Strich 220.035 beziehungsweise 127.450 Euro.

Im ersten Halbjahr 2018 waren es 392.525 Euro, allerdings wurden bis dato auch noch keine Erstattungen geleistet. Fiskalerbschaften muss die Stadt annehmen, testamentarische hingegen nicht.

Manchmal lehnt die Stadt ein Erbe auch ab

„Eine kuriose testamentarische Erbschaft für die Stadt war das Vermächtnis eines deutschen Mannes, der zum buddhistischen Glauben übergetreten ist und sein Vermächtnis an die Stadt Hamburg mit der Auflage versehen hat, dass alle von ihm in einem Kloster auf Sri Lanka, wo er verstarb, verfassten buddhistischen Schriften im deutschen Zentrum für Buddhismus veröffentlicht werden sollten.“

Da der in Ausschicht stehende Vermögenswert in keinem Verhältnis zu dem Aufwand gestanden habe, habe man dankend abgelehnt.