Hamburg/Kiel

Unternehmer: Hafen ist nicht länger Wohlstandstreiber

 Uli Wachholtz, Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein (UV Nord)

Uli Wachholtz, Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein (UV Nord)

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Trendwende: Unternehmensverbände fordern neue strategische Konzepte für die norddeutsche Wirtschaft.

Hamburg/Kiel.  Hamburg und Schleswig-Holstein brauchen nach Ansicht der Unternehmensverbände im Standortwettbewerb neue strategische Ideen. Den meisten Unternehmen gehe es betriebswirtschaftlich zwar gut, sagte UVNord-Präsident Uli Wachholtz. „Die volkswirtschaftliche Lage des Nordens stellt sich aber durchaus kritisch dar.“ Seit Jahrzehnten lasse das Wachstum im Norden zu wünschen übrig; die Region drohe weiter zurückzufallen.

„Der wesentliche Faktor für Wohlstand war in der Vergangenheit der Hamburger Hafen“, sagte Wachholtz. „Aber er wird nicht mehr die Rolle spielen, die er hatte.“ Die Elbe werde auch nach einer Vertiefung eine natürliche Grenze bilden. „Und wenn man so eine Grenze erkennt, sollte man sich Gedanken machen, was man als Alternative hat und entwickeln kann“, so der Chef der Unternehmensverbände.

Flughafen hat seine Grenzen im Wachstum

Weltweit werde Wirtschaftswachstum dort generiert, wo es Luftfahrtdrehkreuze und Großflughäfen gebe. Doch auch der Hamburger Flughafen könne die Funktion eines Wachstumstreibers nicht übernehmen. Weitere Einschränkungen des Flugbetriebs in Fuhlsbüttel dürfe es nicht geben, sagte Wachholtz. Wenn die Politik keinen leistungsfähigeren Flughafen in der Region haben wolle, müsse sie Alternativen entwickeln. Die Politik müsse definieren, wo sie Wachstumschancen sehe. Dies erfordere längerfristiges Handeln über Parteiengrenzen hinaus.