Hamburg/Kiel

Verband UVNord fordert länderübergreifende Planung

UVNord-Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich

UVNord-Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich

Foto: picture alliance

Es gehe um die Verkehrsinfrastruktur, die Siedlungsachsen, das Verhältnis zwischen Innenstädten und Umland sowie um vieles mehr.

Hamburg/Kiel.  Schleswig-Holstein und Hamburg müssen nach Ansicht der Unternehmensverbände ihre Zukunft konsequent gemeinsam planen. „Wir brauchen eine gemeinsame Landesplanung bis hin zu einer gemeinsamen Planungsbehörde, sagte UVNord-Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich der Deutschen Presse-Agentur. „Die Metropolregion endet ja nicht an den Hamburger Stadtgrenzen, sondern sie reicht in Schleswig-Holstein bis Neumünster, Brunsbüttel und Fehmarn – da brauchen wir Dampf unter dem Kessel.“ Es gehe um die Verkehrsinfrastruktur, die Siedlungsachsen, das Verhältnis zwischen Innenstädten und Umland sowie um vieles mehr.

Zu klären sei auch, wo die Wirtschaftsförderung beider Länder greifen soll – nur entlang der Siedlungsachsen oder auch weiter in der Fläche, sagte Fröhlich. „Und in welchen Branchen wollen wir überhaupt wachsen?“ Dies alles brenne der Wirtschaft unter den Nägeln. Der UVNord ist der Spitzenverband der norddeutschen Wirtschaft und vertritt über 92 Mitgliedsverbände die Interessen von mehr als 45.000 Unternehmen, die in Hamburg und Schleswig-Holstein zusammen rund 1,6 Millionen Menschen beschäftigen.

Eine Verwaltungsebene zu viel

Im Zusammenhang mit einer gemeinsamen Landesplanung stelle sich auch die Frage, ob die Verwaltungsstrukturen noch zeitgemäß und zukunftsgerecht sind, sagte Fröhlich. Hier geht sein Blick nach Kiel: „Wir haben in Hamburg eine ordentliche Bezirksamtsreform gehabt, und in Schleswig-Holstein trauen wir uns weder, eine vernünftige Verwaltungsstrukturreform hinzubekommen, noch eine Kreisgebietsreform.“

Zu den mehr als 1100 Gemeinden kämen noch 50 Ämter und 70 selbstständige Landesbehörden. Da gebe es mindestens eine Verwaltungsebene zu viel. Sorgen bereite auch, dass mit dem Baurecht unterschiedlich umgegangen werde. „Wachstum wird zuweilen nicht dort geschaffen, wo das erforderlich ist, sondern dort, wo man schneller eine Baugenehmigung bekommt“, sagte Fröhlich.