Himmelsphänomen

Blutmond zeigt sich über Hamburg spät, aber umso schöner

Neben der Elbphilharmonie: Der Blutmond ist aufgegangen

Dicht gedrängt saßen und standen die Menschen am Hafenrand, als der Blutmond über den Hafen zog.

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Tausende Astronomie-Fans warteten auf die längste totale Mondfinsternis des Jahrhunderts. Zu sehen gab es lange Zeit wenig.

Hamburg. Es sollte ein ganz besonderer Leckerbissen für Astronomie-Fans werden: An diesem Freitag würde sich in Hamburg ein spektakulärer Anblick am Himmel bieten – die mit 103 Minuten längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts. Der Mond würde als sogenannter Blutmond erscheinen – und das Wetter spielte scheinbar auch mit – nach einem heißen Tag präsentierte sich der Himmel am Abend wolkenlos.

Als in Hamburg der Mond um 21.16 Uhr aufging, hatten sich Tausende Schaulustige auf den besten Aussichtspunkten versammelt: dem Energieberg in Georgswerder und dem Müllberg in Hummelsbüttel, im Stadtpark, an der Alster und entlang der Elbe.

Doch sie sahen zunächst nichts. Starker Abenddunst behinderte die Sicht.

Mancher schien die Hoffnung auf das Spektakel schon früh aufzugeben.

Aber dann, als die maximale Verdunkelung schon vorbei war, kam der Blutmond schließlich doch zum Vorschein – wenngleich lange nicht so deutlich, wie sich das die Schaulustigen erhofft hatten. Eher als schwacher, kaum auszumachender roter Punkt am Horizont.

Erst nach 23 Uhr waren doch noch einige Ohs und Ahs zu hören: Der Mond hatte nun an Strahlkraft gewonnen, und auch der ungewöhnlich nahe Mars war am Himmel auszumachen. Die eigentliche totale Mondfinsternis war da praktisch schon vorbei. Aber immerhin, das Ausharren hatte sich gelohnt.

Als die Kirchturmuhren über der Innenstadt Mitternacht schlugen, hatte der Mond, noch leicht beschattet, längst wieder seine normale helle Färbung angenommen.

Schade nur um die Mondfinsternis, es war wohl eine einmalige Chance. Die nächste Verdunkelung vergleichbaren Ausmaßes, am 9. Juni 2123, wird kaum ein Zeitgenosse erleben. Dann dauert die Mondfinsternis sogar noch zwei Minuten länger.

Eine totale Mondfinsternis ist nur während einer Vollmondphase möglich und auch nur dann, wenn sich der Mond in unmittelbarer Nähe zum Schnittpunkt seiner eigenen Umlaufbahn um die Erde und zum Schnittpunkt der Erdumlaufbahn um die Sonne befindet. Anders als bei einer Sonnenfinsternis ist der Blick auf den Mond nicht verdeckt, sondern nur verdunkelt, weil bei einer Mondfinsternis lediglich der Kernschatten der Erde auf den Mond fällt.