Richard-Wagner-Festspiele

Merkel und die Mode – was die Kanzlerin in Bayreuth trägt

Bundeskanzlerin Angela Merkel schreibt bei den Richard-Wagner-Festspielen in Bayreuth Autogramme (Archivfoto)

Bundeskanzlerin Angela Merkel schreibt bei den Richard-Wagner-Festspielen in Bayreuth Autogramme (Archivfoto)

Foto: Imago / Sven Simon

Was trägt Angela Merkel zur Eröffnungspremiere? Die Kanzlerin sorgt bei den Bayreuther Festspielen immer für Gesprächsstoff.

Bayreuth. Was wird Angela Merkel am 25. Juli 2018 tragen, wenn sie zur Eröffnungspremiere der Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth über den roten Teppich schreitet? Die Bundeskanzlerin ist auch nur eine Frau. Deshalb steht die Auswahl ihrer Garderobe für den Grünen Hügel unter dem Doppelstichwort attraktiv und tragbar.

Für das Publikum und die Fotografen sind die neuen Kleider der Kanzlerin jedoch ein Fest. Denn im Dienst trägt Angela Merkel Hosenanzüge, und die wirken wie ein Statement, das signalisiert: Ich bin nüchtern und effizient, nun kommt mal alle zur Sache bitte.

Abendkleider, schicke Handtaschen, vornehme Pumps, all das spart sich die Kanzlerin für Lohengrin, Tristan, Siegfried und die anderen Helden ihres Lieblingskomponisten Richard Wagner auf.

Merkel kam früher hochgeschlitzt und ärmellos

In Bayreuth liebt die pragmatische Merkel Juwelenfarben: Apricot, Bronze, Türkis, Königsblau, Lachs, Kupfer. In früheren Jahren kam die bekennende Wagnerianerin auch schon mal hochgeschlitzt und ärmellos, meist mit auffälliger Stola dazu. Doch seit einiger Zeit bevorzugt sie zweiteilige Ensembles aus langem Rock mit passender geknöpfter Jacke.

Nur 2008 sorgte Angela Merkel mit einer petrolfarbenen Robe für Furore, die viel, sehr viel Dekollete zeigte. So tiefe Einblicke ist man von der sonst so zugeknöpften Regierungschefin nicht gewohnt. Und weil‘s so schön war, führte sie das spektakuläre Kleid 2012 gleich noch einmal vor. Für die Altkleidersammlung ist es ja auch viel zu schade.

Denn auch das ist Merkel in Bayreuth: sparsam. Sie trägt gerne ihre alten Sachen auf – so wie wir alle. Herzogin Kate darf sich nicht zweimal hintereinander im selben Stöffchen sehen lassen, aber die Kanzlerin gilt ja auch als eine sparsame Hausfrau, deren Leibgericht selbstgekochte Kartoffelsuppe ist. Deshalb hat sie 2013 und 2014 ebenfalls in demselben königsblauen Ensemble den roten Teppich betreten und damit einmal mehr die Nation der Fußballtrainer in ein Volk der Stilkritiker verwandelt.

Auch der Kanzlerin passieren kleine Malheurchen

Ansonsten passieren der mächtigsten Frau der Welt im Bayreuther Premierenfieber schon mal Malheurchen, wie wir alle sie kennen. Da war die Sache mit dem kleinen Schweißfleck 2005, der eine landesweite Diskussion auslöste.

Und da war die Sache mit den Feinstrumpfsöckchen 2012, die die Kanzlerin unter dem aufsehenerregend ausgeschnittenen Kleid trug, damit sie sich in ihren Pumps keine Blasen läuft. Flugs entbrannte auf dem Grünen Hügel eine erbitterte Diskussion, ob das denn modisch korrekt und erlaubt sei. Wir Hausfrauen unter uns kennen die Antwort: Korrekt vielleicht nicht, aber ganz bestimmt praktisch.