Modernisierung

Was Hamburg mit seinem Rathausmarkt plant

Farid Müller (Grüne), SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf, Torben Wiencke (SPD Disktirkt innenstadt) und Michael Osterburg (Grüne)

Farid Müller (Grüne), SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf, Torben Wiencke (SPD Disktirkt innenstadt) und Michael Osterburg (Grüne)

Foto: Marcelo Hernandez

Pavillons sollen saniert werden. SPD und Grüne wollen "anspruchsvolle Gastronomie". Und auch für Busfahrer soll sich einiges ändern.

Hamburg.  Der Rathausmarkt ist der prominenteste Platz in Hamburg. Doch eine wirklich attraktive Nutzung gibt es nicht. Bier und Bratwurst sowie Souvenirs werden unter den seit mehr als einem Jahr durch ein Spezialnetz gesicherten grünen Pavillons verkauft. Für Mittes Grünen-Fraktionschef Michael Osterburg steht fest: „Das Netz über das Dach und die Nutzung durch Kioske und Imbiss sind eine Katastrophe. Schließlich ist der Rathausmarkt das Herz dieser Stadt.“

Deswegen soll der Platz attraktiver werden. Die denkmalgeschützten, aber maroden Pavillons werden saniert und neu genutzt. Die städtische Sprinkenhof GmbH erarbeitet in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutzamt eine Schadenanalyse und einen Sanierungsplan. Mit den eigentlichen Arbeiten soll nach Abendblatt-Informationen Anfang 2019 begonnnen werden. In einer ersten Kostenschätzung war von 1,6 Millionen Euro die Rede.

Anspruchsvolle Gastronomie für den Rathausmarkt

„Wir brauchen ein neues hochwertiges Nutzungskonzept für die Grünen Pavillons, nachdem diese saniert worden sind. Eine Mischung aus Souvenirkiosken und Imbissen passt nicht zu dem Rathausmarkt“, sagt SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf. Es müsse einen Ideenwettbewerb geben, um Anregungen für eine Umgestaltung der Fläche zu sammeln. Natürlich würde sich hier eine anspruchsvolle Gastronomie mit vielen Außenplätzen anbieten, so Kienscherf.

Der SPD-Politiker hat noch ein weiteres Anliegen: „Die Hochbahn-Busse sollen künftig über die Bergstraße fahren und nicht mehr über den Rathausmarkt. Das lassen wir prüfen. Dann könnten die Flächen als Flaniermeile und für Außengastronomie genutzt werden.“

Keine Busse mehr, dafür Platz für Fußgänger

Die Grünen wollen ebenfalls, „dass auf dem Rathausmarkt keine Busse mehr fahren. Die Fläche kann dann von Fußgängern genutzt werden. Auch für Außengastronomie mit innovativen Konzepten ist dieser Standort geeignet“, sagt Farid Müller, parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen-Bürgerschafts­fraktion. Müller wäre es wichtig, dass die Bürger sich bei einer Neugestaltung der grünen Pavillons einbringen.

Die CDU in der Bürgerschaft sieht ebenfalls Handlungsbedarf: „Ich würde mir für den Rathausmarkt eine neue Planung und einen Ideenwettbewerb wünschen. Der jetzige Zustand der Pavillons ist unerträglich“, so Stadtentwicklungsexperte Jörg Hamann.

Antrag nach der Sommerpause geplant

Die Koalition wird nach der Sommerpause einen Antrag in die Bürgerschaft einbringen, in dem „wir uns mit Sanierung und Zukunft der Pavillons beschäftigen und konkrete Forderungen formulieren werden“, kündigte Kienscherf an.

Für Müller steht fest: „ Die Situation ist des Rathausmarktes nicht würdig. Es muss ein Gesamtkonzept her, damit dieses Elend endlich angegangen wird. Dabei müssen Denkmalschutz und Hochbahn mit einbezogen werden.“