Spektakuläres Projekt

Theater-Sensation: „Harry Potter“ kommt nach Hamburg

Eine Szene aus der Produktion in London. Seit der Premiere im Juli 2016 sind dort sämtliche Vorstellungen ausverkauft

Eine Szene aus der Produktion in London. Seit der Premiere im Juli 2016 sind dort sämtliche Vorstellungen ausverkauft

Foto: Manuel Harlan

Das Mehr! Theater am Großmarkt wird für die Inszenierung „Das verwunschene Kind“ völlig umgebaut. Premiere im Frühjahr 2020.

Hamburg.  500 Millionen verkaufte, in mehr als 80 Sprachen übersetzte Bücher, dazu acht Blockbuster-Verfilmungen: Harry Potter ist – neben „Star Wars“ – eine der größten Erfolgsgeschichten unserer Zeit. Und nun kommt mit „Harry Potter und das verwunschene Kind“ ein spektakuläres Theaterstück nach Hamburg, das die Latte noch mal ein Stück höher legt.

Im Frühjahr 2020 soll die Produktion hier Premiere feiern, ab Mai 2019 wird dafür das Mehr! Theater am Großmarkt aufwendig umgebaut und der sonstige Veranstaltungsbetrieb dort komplett eingestellt. Wo die Konzerte und Shows, die sich bislang an bis zu 3500 Zuschauer richteten, künftig stattfinden werden, ist offen. Noch unklar ist auch, wie lange Harry Potter in Hamburg zu sehen sein wird, der Veranstalter, die Mehr-BB-Entertainment Group, setzt aber auf eine Laufzeit von vielen Jahren.

Uraufführung im Palace Theatre in London

Seine Uraufführung feierte das von J. K. Rowling, Jack Thorne und John Tiffany geschriebene Stück am 30. Juli 2016 im Palace Theatre in London und ist seitdem immer ausverkauft. Nicht nur das Publikum ist begeistert, auch die Kritik. So schrieb etwa der „Telegraph“ nach der Premiere: „Diese Produktion setzt völlig neue Maßstäbe in Sachen Familien-Entertainment. Und zwar über Jahre hinaus.“ 25-mal wurde das Stück bisher ausgezeichnet, darunter mit neun Olivier Awards – ein Rekord.

Am Broadway in New York hatte „Harry Potter und das verwunschene Kind“ am 22. April dieses Jahres Premiere, das Investitionsvolumen betrug 68 Millionen US-Dollar, wovon allein 33 Millionen in den Umbau des Lyric Theatre flossen und für 23 Millionen die eigentlich dort gebuchte Cirque-du-Soleil-Produktion „Paramour“ aus dem laufenden Vertrag gekauft wurde. Zum Vergleich: Eine gewöhnliche Broadway-Produktion kostet zwischen drei und fünf Millionen Dollar, selbst ein High-End-Musical liegt lediglich bei bis zu 25 Millionen.

Auch in New York ist das Publikumsinteresse riesig, auch hier überschlug sich die Presse nach der Premiere vor Begeisterung. Vom „neuen Gold-Standard für Broadway-Shows“ schrieb die „New York Times“, und der „Rolling Stone“ jubelte: „Ein Triumph epischen Ausmaßes, eine Himmelsgabe nicht nur für Potter-Fans!“ Preise gab es auch, darunter sechs Tony Awards. Wenig verwunderlich, dass international ein Kampf um die Aufführungsrechte entbrannt ist.

"Hamburg kann sich glücklich schätzen"

Für den deutschsprachigen Raum erhielt die Mehr-BB-Entertainment Group den Zuschlag. Deren Geschäftsführer Maik Klokow erklärte: „Dies ist ein Meilenstein der Theatergeschichte. Hamburg kann sich glücklich schätzen, ab 2020 ein solches Highlight in der Stadt zu haben.“ Die Produzenten Sonia Friedman und Colin Callender hätten sich gleich in die Großmarkthalle mit ihren hohen Decken verliebt, in denen die Zaubertricks – ein zentrales Element der Harry-Potter-Geschichten – sehr gut darstellbar seien. „Außerdem gefällt ihnen die Weltoffenheit der Stadt und die Tatsache, dass Hamburg mit seinen vielen privaten Bühnen ein Zen­trum für kommerzielles Theater ist.“

Das Stück spielt 19 Jahre nach den Ereignissen des letzten „Harry Potter“-Bandes. Harry ist inzwischen verheiratet, hat drei Kinder und arbeitet im Ministerium für Magie. Probleme bereitet ihm sein Sohn Albus, der vom gewaltigen Vermächtnis der Familie nichts wissen will. Doch die dunklen Mächte schlafen nicht ...

Vorverkauf startet 2019

Die epische Geschichte ist zweigeteilt, Besucher werden die beiden Teile an einem Tag oder an zwei Tagen hintereinander sehen können – und müssen für jeden Teil ein Ticket kaufen. Der Vorverkauf wird 2019 starten, die Kartenpreise sind noch nicht bekannt – in New York liegen sie im Schnitt bei umgerechnet 140 Euro, wobei es auch günstige Karten zu Preisen unter 20 Euro gibt, ein ähnliches Modell ist für Hamburg geplant. Vorgesehen sind insgesamt acht Aufführungen pro Woche, wobei an vier Tagen jeweils nur ein Teil läuft, an zwei weiteren Tagen dann beide Teile nacheinander.

Wie gewaltig die Produktion ist, zeigt auch die Tatsache, dass in New York eine Crew aus 220 Menschen für den Umbau des Theaters, den Bühnenbau und die Kostüme notwendig war. Die verschiedenen Rollen – von Harry und Hermine bis zu Draco Malfoy und Ron Weasley – werden von insgesamt 40 Darstellern gespielt. Das Casting für Hamburg beginnt im kommenden Jahr.

Weitere Informationen zum Vorverkaufsstart und zu den Aufführungsterminen werden in den kommenden Monaten über die Website www.harry-potter-theater.de bekannt gegeben.