Hamburg

Wetter macht Harley Days zum Flop: 2500 Biker bei Parade

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Ein Besucher mit dem Schriftzug "Harley Davidson" auf seinem Rücken fotografiert Motorräder

Ein Besucher mit dem Schriftzug "Harley Davidson" auf seinem Rücken fotografiert Motorräder

Foto: dpa

Besucherzahlen haben sich halbiert. Korso mit Schauspieler Heinz Hoenig, der sagt: "Die Kinder verblöden."

Hamburg. Das Wetter dürfte schuld sein: An der großen Abschlussparade der 15. Harley Days über den Baakenhafen bis zur Köhlbrandbrücke nahmen am Sonntag nach Polizeiangaben lediglich 2500 Motorräder der US-Kultmarke teil. Die Veranstalter nannten die Zahl von 5000 Bikes. In den Vorjahren waren es beim traditionellen Korso rund 8000 Harley-Davidson gewesen. An allen drei Veranstaltungstagen wurden rund 250.000 Fans gezählt. Gerechnet hatten die Veranstalter mit doppelt so vielen.

50.000 Bikes erwartet

Auf die Abendblatt-Frage, wie viele Harley-Fahrer an den drei Tagen teilgenommen hätten, sagte eine Sprecherin der Veranstaltung: "Wir haben dazu keine Zahl." Prognostiziert waren insgesamt 50.000 Bikes. Die Hamburger Polizei will am Sonnabend 8000 Motorräder gezählt haben.

"Das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht", sagt Sabine Vogt, Sprecherin des Events. Trotz des Regens hätten die Biker ihren Lifestyle gefeiert. "Die Harley Days sind das regenunanfälligste Event, das ich kenne", sagte Vogt über die Fahrer, die sich weder von Hitze noch von Dauerregen beeindrucken ließen.

Falsche Kennzeichen

Nach den Kontrollen in der Nacht zum Sonnabend hat die Polizei auch bis zum Sonntag Biker in der City gestoppt. Wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen wurden vier Fahrverbote verhängt. Zwei Fahrer waren mit gefälschten oder missbräuchlich eingesetzten Kennzeichen unterwegs. Zwei weitere Biker verfügten nicht über einen gültigen Führerschein. Außerdem wurden zahlreiche Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Angeführt wurde der Korso durch den Baakenhafen bis zur Köhlbrandbrücke unter anderem vom Schauspieler Heinz Hoenig (67). Der Harley-Fan wohnt in der Nähe von Schleswig und trommelte vor dem Start am Großmarkt für sein neues Sozialprojekt. Es heißt "Scheune 86" und soll zunächst in Blankenburg (Harz), später auch im Norden realisiert werden. Kinder und Jugendliche sollen dabei Theaterspielen und Handwerk lernen. Mit Blick auf beherrschende Digitalisierung der Gesellschaft sagte Hoenig in Biker-Kluft: "Die Kinder verblöden sonst", wenn nichts unternommen werde. "Es ist mir eine Herzensangelegenheit, die Kinder weg von der reinen Freizeitbeschäftigung mit Computern und Smartphones zu holen, sie mit dem Theaterspielen vertraut zu machen und ihnen die Arbeit mit den Händen, also das Handwerk, näherzubringen", sagt er.

Debatte über Strafzölle

Viel diskutiert wurden auf den Harley Days auch die Strafzölle. Zeitgleich mit dem Start des Motorradevents kündigte die EU Vergeltungszölle von 25 Prozent unter anderem auf Whiskey, Jeans, Reis, Mais und eben auf Motorräder aus den USA an – als Reaktion auf Sonderabgaben auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren aus Europa, die US-Präsident Donald Trump verhängt hatte.

( esh )

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