Hamburg

Antikapitalistische Fahrrad-Demo radelt durch den Hafen

| Lesedauer: 2 Minuten
Daniel Herder

Die Demonstranten ziehen am Sonnabend durch den Hamburger Hafen – Blockaden und Aktionen gegen Unternehmen nicht ausgeschlossen.

Hamburg.  Das Mobilisierungsvideo für die „antikapitalistischen Harbour Games“, im Szene-Sprech „Mobi-Video“ genannt, wirkt bei weitem nicht so finster-aggressiv wie der visuelle Aufruf zur Hafenblockade während des G20-Gipfels vor einem Jahr. Wüsste man es nicht besser, könnte man das Ganze sogar für ein Mobilisierungsvideo für den Schlager-Move halten. Zu sehen sind in dem Filmchen, kürzlich auf der Homepage des Veranstalters veröffentlicht, vier leger gekleidete Menschen, darunter eine junge Frau mit knallbunter Perücke, die auf einer Hafenfähre ein Transparent hissen mit der Aufschrift: „Dieser Hafen ist nicht romantisch.“ Was wiederum so gar nicht passt zum fröhlichen Nihilismus der Schlagerparty auf dem Kiez.

Dass es bei der Fahrrad-Demo am Sonnabend um etwas anderes geht als um Trinken und Tanzen, macht schon das Motto der ersten „Harbour Games“ mehr als deutlich, das da lautet: „Rein in den Hafen, raus aus dem Kapitalismus“. Ein Bündnis antikapitalistischer Gruppen, darunter die Tierbefreiung oder Gegenstrom Hamburg, ruft von 9 Uhr an zur „aktionistischen Fahrradrally“ durch den Hafen auf. „Mit einer Fahrradrally durch diesen wichtigen Knotenpunkt des globalen kapitalistischen Wirtschaftssystems soll auf die verheerenden Folgen von Kapitalismus, Ausbeutung und Umweltzerstörung aufmerksam gemacht werden“, heißt es dazu in einer Mitteilung des Veranstalters.

Route führt an mehreren Unternehmen vorbei

Die Demo startet um 9 Uhr an der Sauerkrautfabrik in Harburg (Kleiner Schippsee), die Route führt an mehreren im Hafen ansässigen Unternehmen vorbei, unter anderem sind Stopps und Kundgebungen im Kohlehafen, am Kreuzfahrtterminal Steinwerder und bei Blohm & Voss geplant. Gegen 18.15 Uhr endet die Fahrrad-Demo dann mit einer Abschlusskundgebung am Wilhelmsburger Platz (S-Bahnhof Veddel).

Der Veranstalter rechnet mit 200 bis 400 Teilnehmer, es könnten aber auch „deutlich mehr oder weniger werden“, sagte ein Sprecher der Harbour Games auf Anfrage. Die Polizei geht von 150 bis 200 Teilnehmern und einem „störungsfreien Verlauf“ aus, sagte Polizeisprecher Rene Schönhardt. Entlang der Demo-Route könne es zu temporären Straßensperrungen durch die Polizei kommen.

„Kleinere Aktionen zivilen Ungehorsams“

Dass es „kleinere Aktionen zivilen Ungehorsams“ geben wird, mag der Veranstalter allerdings nicht ausschließen. Denkbar seien beispielsweise kurzzeitige Blockaden von Unternehmen im Hafen oder auch das Besprühen von Werbetafeln, so der Demo-Sprecher weiter.

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