Kritik

Madsen geben Kostenlos-Konzert im kochenden Knust

Sebastian Madsen bei einem Auftritt in Berlin

Sebastian Madsen bei einem Auftritt in Berlin

Foto: picture alliance

Mit einem Spontanauftritt wärmten sich die Rocker für die kommenden Festivals auf. Hunderte feierten die Band vor dem Club.

Hamburg.  Das rappelvolle Knust kocht am Dienstag sofort, als Sebastian Madsen „Vielleicht“ ansingt. Seine Brüder Johannes und Sascha an Gitarre und Schlagzeug, Bassist Niko Maurer und Keyboarderin Lisa Nicklisch sowie Zusatzgitarrist Martin Krüssel geben ihm kräftigen akustischen „Rückenwind“, und den braucht der Frontmann der aus dem Wendland stammenden Rockband Madsen auch.

Vor wenigen Tagen ist das neue Album „Lichtjahre“ erschienen, und auf dieser Platte verarbeitet die Band auch schwierige Zeiten: „Beim Vorgängeralbum hatte ich erstmals das Gefühl, das ich das, was wir tun, nicht gerne mache. Die Musik, die Öffentlichkeit. Ich hatte Panikattacken und – anders als früher – wahnsinniges Lampenfieber“, erzählt Sebastian im Interview mit dem Hamburger Abendblatt.

Viele Fans verfolgen Gig auf Leinwand

Natürlich ist der Club an der Feldstraße viel zu klein für Madsen. Im Vorfeld der Auftritte am Wochenende bei den „Hurricane“- und „Southside“-Festivals hatte die Band wenige Stunden vor Einlass zum spontanen Kostenlos-Konzert im Knust geladen, um sich warm zu spielen. Hunderte folgten dem Aufruf, viele müssen den Gig vor dem Knust auf einer Leinwand verfolgen. Sie kriegen einen Sonderapplaus und Frischluft.

„We are hot! Very, very hot“, feierten auf dem Knust-Vorplatz senegalesische Fußballfans. Sich heiß spielen trifft es auch drinnen. Alte Fan-Favoriten wie „Die Perfektion“ und „Du schreibst Geschichte“, Songzitate von Klaus Lage über Die Ärzte bis AC/DC und der Brecher „Nachtbaden“ fügen sich gut zu den neuen Songs „Kapitän“ oder „Mein erstes Lied“. Und „Lass die Musik an“ hebt egal wo es gespielt wird das Dach ab.

„Ich bin durchgebrannt!“, ruft ein Fan am Ende nach 80 großartigen Minuten. Open-Air-Stimmung im Club, ob im vergangenen Mai in der Markthalle oder im Knust. „Wir eröffnen in Hamburg die Festivalsaison“, rief Sebastian schon kürzlich in der Markthalle. Und jetzt geht es wirklich los. Vor dem Knust weht ein Hauch von Bier und Bratwurst, der Madsen und sicher nicht wenige Fans am Sonnabend nach Scheeßel zum „Hurricane“ begleiten wird. Bon voyage!