Schüsse auf Radfahrer

Lebenslang für Schützen von Neuallermöhe gefordert

Die Mordmerkmale der Heimtücke und der niederen Beweggründe seien erfüllt, begründete die Staatsanwaltschaft.

Hamburg.  Im erneuten Prozess um die tödlichen Schüsse auf einen Radfahrer in Hamburg-Neuallermöhe hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten gefordert. Der 36-Jährige müsse wegen Mordes verurteilt werden, erklärte die Anklagevertretung am Dienstag nach Angaben einer Gerichtssprecherin. Die Mordmerkmale der Heimtücke und der niederen Beweggründe seien erfüllt.

Der 36-Jährige hatte am 5. Juni 2016 seinen Ex-Schwager auf offener Straße mit mehreren Pistolenschüssen getötet, wie er bereits im ersten Prozess gestanden hatte.

Urteil könnte am 4. Juli verkündet werden

Eine andere Strafkammer am Landgericht hatte den Angeklagten Ende Februar 2017 wegen Totschlags und Verstoßes gegen das Waffengesetz zu zwölf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der 36-Jährige habe seinen Ex-Schwager „quasi hingerichtet“, hatte die Vorsitzende Richterin damals gesagt. Es sei aber kein Mord gewesen. Das Opfer sei nicht arglos gewesen, weil der Angeklagte dem 28-Jährigen vorher die Pistole im Hosenbund gezeigt habe.

Gegen das Urteil hatten Staatsanwaltschaft und Nebenkläger erfolgreich Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Die Nebenkläger schlossen sich nun der Strafforderung der Staatsanwaltschaft an. Die Verteidigung soll am 27. Juni ihr Plädoyer halten, das Urteil könnte am 4. Juli verkündet werden.