Selbstanzeigen

Hamburger Steuersünder zahlten im Schnitt 84.000 Euro

Nur in Schleswig-Holstein spülten die Selbstanzeigen pro Fall noch mehr Geld in die Kassen.

Hamburg.  In Deutschland haben sich seit 2010 exakt 135.401 Steuersünder, die ihr Vermögen im Ausland versteckt hatten, selbst angezeigt. Sie zahlten mindestens sechs Milliarden Euro Steuern nach. Das geht aus einer Umfrage des Wirtschaftsmagazins „Capital“ unter den 16 Bundesländern hervor. Hinzu kommen demnach 626 Millionen Euro aus Selbstanzeigen, die 2008 und 2009 nach der ersten angekauften Steuer-CD an den Fiskus gezahlt wurden.

Die größten Summen pro Selbstanzeige nahm Schleswig-Holstein ein. Dort gab es in dem Zeitraum 2143 Selbstanzeigen, die 230,5 Millionen Euro in die Kassen spülten – das sind im Schnitt 107.000 Euro pro Fall. Hamburg und Berlin landeten auf Platz zwei: Steuersünder zahlten dort im Durchschnitt jeweils 84.000 Euro pro Fall. Zum Vergleich: In Sachsen belief sich die Summe auf 9300 Euro.

Die höchsten Einnahmen in Bayern und NRW

Die meisten Selbstanzeigen stellten Deutschlands Steuersünder übrigens in Baden-Württemberg: Rund 32.000 Anzeigen wurden dort seit 2010 verzeichnet, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 23.677 und Rheinland-Pfalz mit 19.135. Dagegen wurden in Mecklenburg-Vorpommern nur 120 Selbstanzeigen gestellt.

Die höchsten Einnahmen durch Selbstanzeigen verbuchten Bayern und NRW. Jeweils 1,2 Milliarden Euro spülten die Rückzahlungen in die Kassen. Nach Angaben von „Capital“ kamen in NRW noch Geldbußen von Banken wegen Beihilfe von 782 Millionen Euro und 459 Millionen Euro durch die Auswertung der CDs hinzu. „Insgesamt hat NRW durch die Steuer-CDs 2,4 Milliarden Euro Mehreinnahmen verbucht“, teilt das Finanzministerium mit, das elf Steuer-CDs für 19,4 Mio. Euro angeschafft hatte.