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Triennale-Star Anton Corbijn beim Hamburger Abendblatt

Anton Corbijn am
Hamburger Rathaus:
Der Mann,
der unzählige
Stars vor der
Linse hatte, lässt
sich nicht gerne
fotografieren

Anton Corbijn am Hamburger Rathaus: Der Mann, der unzählige Stars vor der Linse hatte, lässt sich nicht gerne fotografieren

Foto: Roland Magunia / HA

Der Fotograf wird aus der Donnerstags-Ausgabe ein Kunstwerk machen. Besonderes Angebot für Leser am 22. Juni.

Hamburg.  Der energische Blick aus Luciano Pavarottis Augen, ein „gehörnter“ Mick Jagger, Kylie Minogue in durchsichtigen Dessous. Die grobkörnigen Schwarz-Weiß-Bilder von Anton Corbijn sind zu Ikonen der zeitgenössischen Fotografie geworden. Kaum jemand ist den Großen der internationalen Musikszene so nah gekommen wie der niederländische Fotograf und Regisseur. Gestern präsentierte der 63-Jährige seine Ausstellung „The Living and the Dead“ im Bucerius Kunst Forum (7. Juni 2018 bis 6. Januar 2019).

Der Titel spielt dabei nicht nur auf lebende und verstorbene Künstler an, die Corbijn in seinen Serien „Famouz“, „Star Trak“ und „33 Still Lives“ von 1974 bis 1999 porträtiert hat. Die Ausstellung zeigt auch erstmals Corbijns „Cemeteries“-Serie, für die er Friedhofsgräber künstlerisch inszenierte. „The Living and the Dead“ ist der Beitrag des Museums zur Triennale der Photographie, die am Donnerstag eröffnet wird.

Persönlicher Wendepunkt

Deren Thema „Breaking Point“ passt filtergenau auf Corbijn, der seinen persönlichen Wendepunkt in den 1980er-Jahren sieht: „Meine Bildsprache rückte ins öffentliche Interesse. Sie wurde zur Bildsprache der Bands, die ich ablichtete.“ U2, Depeche Mode, Joy Division, The Rolling Stones, um die bekanntesten zu nennen. Corbijn sei der Erste gewesen, so zitiert Kurator Franz Wilhelm Kaiser einen Kritiker, der die leicht arrogante, dabei glamouröse Pose der Stars einfangen konnte. Corbijn wiederum erhoffte sich, durch diesen Glamour der Enge seines protestantischen Elternhauses zu entkommen.

In der Serie „a.somebody“, die ebenfalls Teil der Ausstellung ist, spielt Corbijn mit eben diesem Kontrast: In einer Reihe von Selbstporträts begibt sich der Fotograf auf Spurensuche in seiner Heimatstadt Strijen. Dabei maskiert er sich mal als Kurt Cobain, mal als Janis Joplin, mal als John Lennon. „Ich fragte mich, was hat mich geformt“, so der Fotograf, der damit auch eine Antwort darauf gibt, wann Fotografie zur Kunst wird.

Antworten auf Sinnfragen

„Wenn sie bedeutend ist, Antworten auf Sinnfragen liefert“, ergänzt Kurator Kaiser. Bei alldem Startum ist Anton Corbijn, der nach wie vor am liebsten analog arbeitet, sehr zurückhaltend geblieben. Seine weltberühmte Schwarz-Weiß-Ästhetik sei aus der Not entstanden, kein Geld für Farbfilme zu haben. Heute wird der Triennale-Star beim Hamburger Abendblatt als Creative Director Fotos auswählen und eine Sonderausgabe gestalten. Sie erscheint am Donnerstag.

Am 22. Juni gibt es ein besonderes Angebot für die Leser des Hamburger Abendblatts: Ausstellungseintritt, Einführungsvortrag, Begrüßungsgetränk und Büfett für 40 Euro pro Person. Tickets sind erhältlich in der Abendblatt-Geschäftsstelle (Großer Burstah 18–32)
und unter T.30 30 98 98.