Forschungsreise

Abenteurer Arved Fuchs zu neuer Expedition aufgebrochen

Polarforscher Arved Fuchs an Bord seines Segelschiffes "Dagmar Aaen"

Polarforscher Arved Fuchs an Bord seines Segelschiffes "Dagmar Aaen"

Foto: dpa

Mit Crew und dem umgebauten Haikutter „Dagmar Aaen“ will er die Veränderung der Meere dokumentieren. Wohin die Tour führt.

Hamburg. Kurz nach seinem 65. Geburtstag ist Abenteurer Arved Fuchs zu seiner nächsten Expedition aufgebrochen. Am Mittwochvormittag stach er mit seiner Crew an Bord der „Dagmar Aaen“ vom Hamburger City-Sporthafen aus in See.

Die Expedition soll das 2015 begonnene Projekt „Ocean Change“ fortsetzen, mit dem der Bad Bramstedter den Wandel der Ozeane aufspüren, untersuchen und dokumentieren will. Bis Oktober 2019 wird der Abenteurer, Segler und Polarforscher mit seiner Crew unterwegs sein. Zunächst werden sie in Helgoland anlegen, dann führt ihre Tour über den Offshore-Windpark Butendiek vor Sylt zu den Orkneys und den Faroer Inseln und über Island bis zur Eisgrenze an der grönländischen Westküste.

Von seiner ersten Tour im Rahmen dieses Projekts war Fuchs 2016 nach einem Jahr zurückgekehrt. Tausende Seemeilen hatten seine Crew und er bis zur Antarktis und zurück nach Hamburg gemeistert und danach angekündigt, die Veränderungen der Weltmeere weiter dokumentieren zu wollen. „“Ocean Change“ ist nicht abgeschlossen. Wir werden mit neuen Projekten aufbrechen“, sagte er damals. Zur neuen Reise kündigte er schon an, dass erneuerbare Energien ein wichtiges Thema dabei seien.

Für seine Ozeanforschung ausgezeichnet

Fuchs, am 26. April 65 Jahre alt geworden, ist seit langem einer der bekanntesten Polarforscher. Mit extremen Touren zu Nord- und Südpol machte er Schlagzeilen. 1989 schaffte er es als erster Mensch innerhalb eines Jahres zu Fuß zu beiden Polen: Bei Temperaturen von teils minus 56 Grad Celsius kämpfte er sich in einem Team – neun Jahre nach einem gescheiterten Versuch – über Eisfelder und erreichte nach 1000 Kilometern am 14. Mai den Nordpol. 230 Tage später stand er gemeinsam mit Extrembergsteiger Reinhold Messner am Südpol.

Erst vor wenigen Tagen verlieh ihm die Dr-Werner Petersen-Stiftung eine außerordentliche Exzellenzprofessur am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Der Klimaforscher Mojib Latif sagte laut Geomar in seiner Laudatio auf Arved Fuchs, dieser entführe mit seinen Büchern, Bildern und Filmen die Leser und Betrachter in eine faszinierende und für viele unerreichbare Region der Erde. Fuchs weise aber auch sehr deutlich auf den Klimawandel hin, der besonders in den polaren Breiten sehr rasch voranschreite.