Hamburg

G20: 1619 Verfahren – bislang nur gut 30 Verurteilungen

Randalierer während des G20 Gipfels im Schanzenviertel in Hamburg

Randalierer während des G20 Gipfels im Schanzenviertel in Hamburg

Foto: dpa

Neuer Bericht über Zahl der Ermittlungen, Prozesse und Strafen. Die meisten verurteilten Krawallmacher kamen aus Hamburg.

Hamburg. Die Hamburger Polizei fahndet europaweit und mit Fotos der mutmaßlichen Krawallmacher nach Straftätern beim G20-Gipfel im vergangenen Jahr. Bislang wurden nach einem neuen Bericht über 1600 Verfahren eröffnet, es habe 136 Anklagen in Zusammenhang mit G20 im Jahr 2017 gegeben.

Etwa elf Monate nach den schweren Krawallen in Hamburg seien 1619 Ermittlungsverfahren eröffnet worden, berichtet die „Rheinische Post“ unter Berufung auf auf interne Auflistungen von Staatsanwaltschaften und Gerichten. Unter 136 Anklagen sei es bislang lediglich zu drei rechtskräftigen Haftstrafen ohne Bewährung zwischen 16 und 39 Monaten gekommen. Mehr als 30 Verurteilungen endeten den Angaben zufolge mit Bewährungsstrafen. Viele Tatverdächtige seien mangels Beweisen oder gegen Auflagen wieder auf freien Fuß.

G20: Die meisten Täter kamen aus Hamburg

Unter den verurteilten Tätern aus Deutschland seien die meisten direkt aus Hamburg gekommen, berichtet die Zeitung. Gerichtsentscheidungen hätten sich auch gegen vier Italiener, zwei Franzosen, zwei Ungarn sowie Staatsangehörige aus Polen, Russland, Spanien, Tschechien, Serbien, Österreich und dem Senegal gerichtet.

Unterdessen wollen die am Sonderausschuss beteiligten Faktionen der Hamburgischen Bürgerschaft Bürger zu G20 anhören. Am Donnerstag können sie ihre Meinung zu den Krawallen rund um den Gipfel kundtun. Dazu haben die Fraktionen eine öffentliche Anhörung in der Kulturkirche Altona (Bei der Johanniskirche 22) anberaumt. Dabei sollen in erster Linie die Bürger das Wort haben, ihre Eindrücke schildern und auch Anregungen an die Ausschussmitglieder geben können. Die Sitzung wird auch live im Internet übertragen.

Der Sonderausschuss hatte sich Ende August 2017 konstituiert und soll bis Sommer 2018 die Geschehnisse rund um das Treffen der G20-Staats- und Regierungschefs aufarbeiten.

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